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Archiv für die Kategorie: Ackerbau

Du bist hier: Startseite1 / Ackerbau

DBV fordert bedarfsgerechte Düngung und Praxistauglichkeit

9. September 2026/in Ackerbau, Agrarpolitik / Verbandsarbeit/von Erik Hecht

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestages hat am Dienstag, dem 8. September 2026, über den Regierungsentwurf für ein Zweites Gesetz zur Änderung des Düngegesetzes beraten. Verschiedene Sachverständige und Institutionen waren geladen, unter diesen auch der Deutsche Bauernverband (DBV). Steffen Pingen, stellv. Generalsekretär des DBV, forderte deutliche Nachbesserungen am Gesetzentwurf und betonte, dass die Landwirtschaft die Ziele des Gewässerschutzes anerkenne, gleichzeitig aber eine bedarfsgerechte Düngung zur Sicherung der heimischen Lebensmittelproduktion gewährleistet bleiben müsse.

„Die Landwirte haben in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei der Effizienz der Düngung erzielt. Die Nährstoffüberschüsse in Deutschland sind zwischen 2000 und 2022 um 42 Prozent gesunken. Damit wurde das Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für 2030 bereits vorzeitig im Jahr 2021 erreicht“, erklärt Pingen. „Das Düngerecht der Zukunft muss diese Leistungen anerkennen, eine bedarfsgerechte Düngung sichern, Praxistauglichkeit statt zusätzlicher Bürokratie schaffen.“

Der Deutsche Bauernverband kritisiert, dass die geplante Gesetzesänderung erfolgt, obwohl die grundlegende Ausgestaltung des zukünftigen Düngerechts derzeit noch zwischen Bund, Ländern und der Europäischen Kommission verhandelt wird. „Es ist nicht sinnvoll, das Düngegesetz losgelöst von der künftigen Düngeverordnung und der Monitoring-Verordnung zu ändern. Diese Regelwerke müssen gemeinsam betrachtet und abgestimmt werden“, so Pingen.

Besonders kritisch bewertet der DBV den fehlenden Einstieg in einen verursachergerechten Ansatz im Gesetzentwurf. Nach Auffassung des Verbandes werde die Chance vertan, die Grundlagen zu schaffen für mehr Verursachergerechtigkeit. „Wer nachweislich wasserschonend wirtschaftet, muss auch von Bewirtschaftungsauflagen in den Roten Gebieten befreit werden können“, erklärt Pingen. Dies entspreche den Vereinbarungen im Koalitionsvertrag sowie den Möglichkeiten, die die Europäische Kommission eröffnet habe.

Hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung des Düngerechts warnt der Bauernverband vor pauschalen Verschärfungen. „Eine Abkehr von der Gebietskulisse darf nicht dazu führen, dass die bisherigen Auflagen flächendeckend auf alle Betriebe übertragen werden“, sagt Pingen. Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes bietet die Regionalisierung derzeit den aussichtsreichsten Weg für eine tragfähige Zukunft des Düngerechts. „Die Länder sollten künftig zwischen zwei gleichwertigen, mit der Europäischen Kommission abgestimmten Optionen wählen können, die in Summe zu einer Entlastung der Landwirtschaft führen müssen“, erklärt Pingen.

Positiv bewertet der Deutsche Bauernverband die Streichung der Ermächtigung für die Stoffstrombilanz. „Die Stoffstrombilanz ist kein geeignetes Instrument, die Effizienz der Düngung zu verbessern, bringt keinen Mehrwert für die Umwelt, sondern nur mehr Bürokratie", erläutert Pingen. "Nicht nachvollziehbar ist aber, dass die Bundesregierung eine neue Ermächtigung für eine betriebliche Bilanz einführen will – und damit eine neue nationale Verschärfung des EU-Rechts plant."

Mit Blick auf das geplante Monitoring zur Überprüfung der Wirksamkeit der Düngeverordnung sieht der DBV erheblichen Klärungsbedarf. Kritisch sieht Pingen die weitreichenden Ermächtigungen für Datenabfragen und Datenaustausch, bevor die konkrete Ausgestaltung feststehe. „Datenschutz muss gewährleistet werden. Zusätzliche Bürokratie und neue Datenerhebungen auf den Betrieben sind zu vermeiden“, fordert Pingen.

(Pressemitteilung des Deutschen Bauernverbandes)

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/09/P1030754-scaled.jpg 1401 2492 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-09-09 08:55:542026-09-09 08:55:54DBV fordert bedarfsgerechte Düngung und Praxistauglichkeit
Symbolbild_Getreide_mrtx_pixabay

Pressemitteilung: Erntebilanz 2026 in Sachsen-Anhalt

19. August 2026/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Medieninformation 08/2026

Magdeburg, 19. August 2026

Erntebilanz 2026 in Sachsen-Anhalt

 

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., fasst die Situation zusammen: „Die Landwirtinnen und Landwirte haben viel in ihre Ernte investiert, die Kosten für Kraftstoff, Pflanzenschutz- und Düngemittel sind sehr hoch. Die Erzeugerpreise liegen aber um fast 14 % unter dem Niveau des Vorjahres. In Kombination mit den unterdurchschnittlichen Getreideergebnissen und einer schlechten Ernte beim Raps ergibt das eine wirtschaftlich sehr angespannte Situation.“

Drei sehr wichtige Feldfrüchte sind Wintergerste, Winterweizen und Winterraps.

Die Wintergerste konnte ihre Erträge einigermaßen stabil halten, mit landesweit durchschnittlich 77,6 dt/ha. Damit liegt der Ertrag etwas unter dem Vorjahresergebnis. Durch den früheren Erntezeitpunkt konnten die Pflanzen besser von den Niederschlägen in der ersten Jahreshälfte profitieren und waren weniger durch den Hitzestress beeinträchtigt. Das Erntegut trifft auf eine geringe Nachfrage am Markt, was auf die Preise und Absatzmöglichkeiten drückt.

Beim Winterweizen, der wichtigsten Pflanze im Ackerbau, liegt der Ertrag im Landesdurchschnitt bei rund 66,3 Dezitonnen pro Hektar. Das sind rund 10 dt/ha weniger als im Vorjahr. In besseren Jahren sind durchschnittliche Erträge von über 80 dt/ha möglich. Grund für das Ernteergebnis ist maßgeblich die Hitze in Kombination mit den viel zu geringen Niederschlagsmengen. Auf die Erträge und besonders die Qualitäten des Weizens und damit auf die Marktpreise drücken weiterhin die Auswirkungen der „Roten Gebiete“. Damit verbundene Vorgaben hatten eine Unterversorgung der Pflanzen vorgeschrieben.

Katastrophal ist die Situation beim Winterraps. Das landesdurchschnittliche Ergebnis von 24,1 dt/ha liegt um mehr als 10 dt/ha unter dem Mittel der letzten fünf Jahre. Die Trockenheit ist auch hier der Hauptgrund. Hinzu kommt die schwierige Situation beim Pflanzenschutz. Die Rapspflanzen sind durch Schädlinge seit der Aussaat im Herbst 2025 stark unter Druck gewesen. Das war schon bei der letzten Ernte problematisch, die mit rund 34 dt/ha bereits nicht gut war.

Unabhängig von den individuellen Ernteergebnissen der Betriebe ist die Versorgungssituation mit Wasser überall im Land wirklich schlecht. Das wirkt sich auf den Entwicklungszustand der Pflanzen aus, die noch im Boden sind, u. a. bei Kartoffeln und Zuckerrüben. Diese sind aufgrund der fehlenden Niederschläge in ihrer Entwicklung weit zurück und leiden unter Hitzestress, was sie wiederum anfälliger für Schädlinge macht. Auch Sojabohnen und Mais stehen schlechter als im Vorjahr, obwohl beide Pflanzen mit warmer Witterung besser zurechtkommen. Fehlendes Wasser ist aber auch hier der Grund für das schlechte Abschneiden.

Wenn die Maisernte noch einigermaßen gelingt, sollten die Futterreserven bis in das kommende Jahr reichen. Auf dem Grünland konnte zwar nur vereinzelt eine gute Ernte eingefahren werden, insgesamt war die Futtermenge auf der Fläche aber ausreichend. Diese Entwarnung bei der Futtersituation liegt jedoch nicht an einer guten Ernte, sondern daran, dass der Tierbestand in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Das sind keine guten Nachrichten – für einen rechnerisch idealen Nährstoffkreislauf bräuchte Sachsen-Anhalt rund das Vierfache an Tierhaltung.

Forderungen an die Bundesregierung

Die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe erfordert konkrete Entlastungen. Dazu gehört eine spürbare Senkung der Produktionskosten, insbesondere beim Diesel. Gleichzeitig muss die im Koalitionsvertrag vereinbarte steuerfreie Risikoausgleichsrücklage zügig eingeführt werden. Sie soll den Betrieben ermöglichen, finanzielle Rücklagen für Jahre mit starken Ertrags- und Einkommensschwankungen zu bilden. Für die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 braucht es ein eigenständiges, verlässliches und inflationsfestes Agrarbudget. Nur mit einer ausreichenden finanziellen Ausstattung können die Betriebe ihre Aufgaben bei der Lebensmittelproduktion und der Bewirtschaftung der Kulturlandschaft dauerhaft erfüllen.

Hintergrund zum Rapsanbau

In der Ernteumfrage des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. werden verschiedene Kulturen erfasst, im Fokus sind Wintergerste, Winterweizen und Winterraps. Diese stehen auf rund der Hälfte der Ackerfläche in Sachsen-Anhalt und machen für viele Ackerbaubetriebe das Kerngeschäft aus. Aus diesem Grund ist auch die Entwicklung des Rapsanbaus für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt von großer Bedeutung.

Beim Winterraps ist der Anbau ein immer größeres wirtschaftliches Risiko. Das liegt zum einen an der schwankenden Niederschlagsverteilung. Insbesondere nach der Aussaat im Herbst und während des Heranwachsens der Pflänzchen ist verfügbares Wasser wichtig. Zum anderen ist die Pflanzenschutzsituation im Raps sehr schwierig, Gründe dafür sind der Wegfall wichtiger Wirkstoffe und ein hoher Befallsdruck durch Schädlinge wie Rapsglanzkäfer, Rapserdfloh und Schilf-Glasflügelzikade. Teile der Flächen werden gar nicht geerntet, sondern im Frühjahr wieder umgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits mehrere hundert Euro pro Hektar investiert worden. Geschädigte Pflanzen und damit verbundene, absehbare Einbußen bei der Qualität der Körner, insbesondere beim Ölgehalt, führen zu erheblichen Abschlägen beim Erzeugerpreis.

Der Raps hat in Sachsen-Anhalt nicht nur wegen seines Verkaufserlöses eine Bedeutung. Er erfüllt eine wichtige Funktion für die Fruchtfolge. Wenn sein Anbau zurückgeht, braucht es andere wirtschaftlich tragfähige Blattfrüchte. Diese stehen aber nicht auf jedem Standort zur Verfügung, benötigen teils erhebliche Investitionen in Technik und sind nur eingeschränkt vermarktbar. Die Frage der Zukunft des Rapsanbaus ist letztlich eine Frage der Zukunft vielfältiger und wirtschaftlich tragfähiger Fruchtfolgen.

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/08/Symbolbild_Getreide_mrtx_pixabay-scaled.jpg 1661 2492 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-08-19 12:16:472026-08-19 12:16:47Pressemitteilung: Erntebilanz 2026 in Sachsen-Anhalt

"Rote Gebiete" für unwirksam erklärt!

24. Juli 2026/in Ackerbau, Agrarpolitik / Verbandsarbeit/von Erik Hecht

Pressemitteilung von 24.07.2026

Ausweisung von „Roten Gebieten“ in Sachsen-Anhalt gerichtlich aufgehoben – Engagement gegen die Landesdüngeverordnung erfolgreich!

Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 24.06.2026 die Landesverordnung zur Ausweisung der „Roten Gebiete“ in Sachsen-Anhalt für unwirksam erklärt. Damit ist die Gebietsausweisung aufgehoben, die „Roten Gebiete“ entfalten keine Wirkung mehr. Das Urteil wurde nun veröffentlicht und ist das Ergebnis eines langjährigen und gemeinsamen Engagements von landwirtschaftlichen Organisationen und klagenden Betrieben in einem langwierigen Normenkontrollverfahren.

Inhaltlich bestätigt das Bundesverwaltungsgericht seine bereits in den Urteilen vom 24.10.2025 vertretene Rechtsauffassung. Bereits damals hatte das Gericht die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Rechtsgrundlage festgestellt. Die Entscheidung hat zugleich grundsätzliche Bedeutung für die Rechte der Flächeneigentümer und landwirtschaftlichen Betriebe. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts muss der Bundesgesetzgeber die Vorgaben für die Ausweisung der Gebiete aufgrund des verfassungsrechtlich geschützten Eigentums und der Berufsfreiheit deutlich konkreter regeln.

Entscheidend ist nun, wie es weitergeht. Der Ball liegt bei der Umsetzung der Nitratrichtlinie und den dafür erforderlichen Regelungen zur Düngeverordnung beim Bund. Die Länder – und damit auch Sachsen-Anhalt – können derzeit keine neue Landesverordnung erlassen, solange keine verfassungsgemäße Rechtsgrundlage geschaffen wird.

An dem Verfahren und dem langjährigen Engagement waren der Bauernverband Sachsen-Anhalt, der Bauernbund Sachsen-Anhalt, Land schafft Verbindung Sachsen-Anhalt IG sowie die Freien Bauern beteiligt.

Weitere Informationen für Mitglieder

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/07/grundwassermessstelle_bvboerde.jpg 292 337 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-07-24 10:00:102026-07-24 11:33:23"Rote Gebiete" für unwirksam erklärt!

Ernte-Ausblick des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

3. Juli 2026/in Ackerbau/von Erik Hecht

Die diesjährige Ernte in Sachsen-Anhalt steht unter schwierigen Vorzeichen. Große Unterschiede bei Erträgen und Qualitäten, unsichere Marktentwicklungen und weiterhin sehr hohe Produktionskosten prägen die Ausgangslage. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist derzeit kaum absehbar, ob am Ende eine wirtschaftlich tragfähige Ernte steht.

 

Die aktuelle Vorernteschätzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zeigt ein sehr gemischtes Bild, das stark von den regional unterschiedlichen Niederschlagsverteilungen geprägt ist. Während in den nördlichen Landesteilen teilweise stabilere Erträge erwartet werden, haben insbesondere südliche und östliche Regionen unter Trockenheit und Hitze gelitten. Die Folge sind teils deutliche Ertragseinbußen und Qualitätsrisiken, vor allem beim Weizen.

Bei der Wintergerste, deren Ernte begonnen hat, zeichnet sich mit rund 74 dt/ha ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Im Vorjahr lag der Landesdurchschnitt noch bei etwa 80 dt/ha. Auch beim Winterraps werden unterdurchschnittliche Erträge erwartet, begleitet von Berichten über Wachstumsstörungen und Schädlingsdruck. Weitere Kulturen wie Erbsen, Roggen, Dinkel und Durum zeigen ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Beim Winterweizen bestehen erhebliche Unsicherheiten bei den Erträgen und Qualitäten, da noch nicht absehbar ist, wie sich die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen und die Hitzewelle ausgewirkt haben. Trotz vereinzelter Niederschläge ist in zahlreichen Landesteilen der Oberboden bereits wieder ausgetrocknet. Kulturen wie Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Sonnenblumen sind dringend auf weitere Niederschläge angewiesen.

Im Rahmen des jährlichen Vorerntegesprächs von Landwirten und Landhandel, am 1. Juli beim Bauernverband im Haus der Landwirtschaft, wurde die angespannte Lage deutlich bestätigt. Mehr noch als die pflanzenbaulichen und agrarpolitischen Themen stand die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Mittelpunkt. Die Einschätzungen aus Praxis und Handel zeichnen ein besorgniserregendes Bild, viele Betriebe geraten zunehmend in Liquiditätsengpässe. Das nimmt Ausmaße an, die so bislang nur vereinzelt beobachtet wurden. Vor dem Hintergrund global stabiler bis steigender Erntemengen sind kurzfristig keine deutlichen Preisimpulse zu erwarten. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter an und zehren die erwarteten Erlöse der Ernte auf.

Der aktuelle Ausblick ist: Selbst eine durchschnittliche oder lokal gar gute Ernte wird unter diesen Rahmenbedingungen vielfach nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Situation der Betriebe zu entspannen.

 

Am 2. Juli 2026 hat der Deutsche Bauernverband eine Pressemitteilung zum Ernteauftakt herausgegeben: Angespannte wirtschaftliche Situation trotz Durchschnittsernte

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/07/Ernte-Ausblick-2026.png 1080 1080 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-07-03 07:09:582026-07-03 07:07:27Ernte-Ausblick des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

DLG-Feldtage 2026 in Bernburg eröffnet

16. Juni 2026/in Ackerbau/von Erik Hecht

Mit der offiziellen Eröffnung sind heute die DLG-Feldtage 2026 in Bernburg gestartet. Bis zum 18. Juni trifft sich auf dem Gelände des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums die Pflanzenbau-Branche aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Veranstaltung gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für den modernen Ackerbau und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Pflanzenbau out of the Box“. Eröffnet wurde die dreitägige Veranstaltung durch DLG-Präsident Hubertus Paetow. Zu den Gästen der Eröffnungsveranstaltung gehörte unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze.

Landwirte, Berater, Wissenschaftler, Unternehmen und interessierte Besucher erhalten an drei Tagen einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen des Pflanzenbaus. Rund 300 Aussteller präsentieren Innovationen aus den Bereichen Ackerbau, Pflanzenzüchtung, Düngung, Pflanzenschutz, Digitalisierung und Landtechnik. Zahlreiche Fachforen, Expertengespräche und Vorführungen bieten die Möglichkeit, sich über neue Verfahren und zukunftsweisende Ansätze zu informieren.

Besonderes Interesse dürften auch die Technikvorführungen auf sich ziehen. Vom KI-gestützten autonomen Feldroboter bis hin zu modernen Großmaschinen wird gezeigt, wie technische Innovationen die Landwirtschaft von morgen prägen können. Im Bereich „FarmRobotix“ stehen insbesondere Robotik, Automatisierung und Künstliche Intelligenz im Fokus. Daneben werden täglich zahlreiche Maschinenkombinationen im praktischen Einsatz präsentiert.

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt ist auf der Landesfläche Sachsen-Anhalts auf den DLG-Feldtagen vertreten. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie auf viele interessante Gespräche rund um die Zukunft der Landwirtschaft. Mitglieder des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt finden im Mitgliederbereich oder über ihre Kreisgeschäftsstelle einen Code, mit dem Online-Tickets 5 € günstiger sind.

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_5813-scaled.jpg 2388 2492 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-06-16 14:32:132026-06-16 14:32:13DLG-Feldtage 2026 in Bernburg eröffnet

Deutscher Bauernverband zur Getreideernte 2025

19. August 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet für 2025 mit einer durchschnittlichen Getreideernte von 43,5 Millionen Tonnen. Damit liegt das Ergebnis über den schwachen Vorjahren (2024: 39 Mio. Tonnen), allerdings bei deutlichen regionalen Ertragsschwankungen und teils erheblichen Qualitätseinbußen durch wochenlange Niederschläge. Winterweizen erreicht mit 21,7 Millionen Tonnen ein höheres Niveau als im Vorjahr, leidet jedoch stark unter schwachen Fallzahlen und niedrigen Proteingehalten. Auch Wintergerste (9,3 Mio. Tonnen) und Winterraps (3,85 Mio. Tonnen) schneiden besser ab als 2024.

DBV-Präsident Joachim Rukwied sprach von einer erneuten „Zitterpartie“ und verwies auf die Folgen von Wetterextremen sowie zunehmendem Schädlingsdruck. Zugleich kritisierte er die schlechte Preislage und forderte Entlastungen sowie eine zukunftsfähige Pflanzenschutzstrategie. Die vollständige Pressemitteilung des DBV finden Sie hier: https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/bauernverband-legt-durchschnittliche-bilanz-fuer-getreideernte-2025-vor

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2023/08/Weizen_2.jpeg 1024 819 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-08-19 14:37:402025-08-19 15:31:28Deutscher Bauernverband zur Getreideernte 2025
Schnappschuss Ernte 2025

Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

14. August 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

[Dieser Beitrag erschien am 14.08.2025 erstmals und wurde am 28.08.2025 überarbeitet. Grundlage für die Daten ist eine Umfrage unter über 130 landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen-Anhalt.]

Die Ernte auf den Raps- und Getreidefeldern hierzulande ist weitgehend abgeschlossen. Kartoffeln, Rüben und Mais sind weiterhin auf mehr Niederschläge angewiesen.

Die Mähdruschernte begann in der Wintergerste mit einem landesweiten Durchschnitt von 79 dt/ha. Dieses Ergebnis ist besser als im Vorjahr. Regional sind die Schwankungen jedoch sehr stark und variieren zwischen rund 60 dt/ha und rund 92 dt/ha. Maßgeblich dafür sind die Bodenverhältnisse und die Niederschlagsverteilung, die sich auf die Bestandsentwicklung der Wintergerste ausgewirkt haben.

Der Winterraps zeigt sich mengenmäßig mit einem durchschnittlichen Ergebnis, landesweit liegt der Ertrag bei rund 33,7 dt/ha. Die Landwirtinnen und Landwirte melden extreme Differenzen der Ergebnisse: Auf einigen Standorten haben sich die Bestände außerordentlich gut entwickelt, auf anderen wird die Ernte eine finanzielle Nullrunde. Regional reichen die Durchschnitte von 25 dt/ha bis 39 dt/ha. Bereits im Herbst und im Frühjahr wurden Flächen umgebrochen, weil die Bestandsentwicklung aufgrund der Witterung und durch Schädlinge zu schlecht war. Auch die Qualitäten gehen weit auseinander.

Mit knapp 73,5 dt/ha liegt die Ernte des Winterweizens leicht unter dem Vorjahresergebnis von 74 dt/ha und etwas über dem mehrjährigen Mittel. Wie beim Winterraps gibt es sehr unterschiedliche Meldungen zu den Erntequalitäten. Aufgrund der aktuell niedrigen Preise stehen viele Landwirte vor der Frage, ob sie ihre Ernte jetzt verkaufen oder einlagern, was jedoch Kosten mit sich bringt.

Sven Borchert, 1. Vizepräsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., bewertet: „Die Erträge konnten teils positiv überraschen, landesweit reicht es aber nur für eine unterdurchschnittliche Ernte. Die zusätzlich schwierige Vermarktungslage wird sich am Ende auf die Betriebsergebnisse auswirken. Ackerbaulich hat sich wieder gezeigt, dass die Einschränkungen bei der Düngung und die fehlende Flexibilität beim Pflanzenschutz einen großen Unterschied machen. Hier brauchen die Landwirtinnen und Landwirte mehr Handlungsmöglichkeiten.“

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3327-scaled.jpg 2492 2472 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-08-14 14:59:372025-08-28 12:00:01Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

GAP ab 2028: „Ein Schlag ins Gesicht“

16. Juli 2025/in Ackerbau, Agrarförderung, Agrarpolitik / Verbandsarbeit, Allgemein, Medieninformationen, Verbandsnachrichten/von BVSt

Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Bauernverbände zu den vorgestellten EU-Plänen zum Mehrjährigen Finanzrahmen.

„Ein Schlag ins Gesicht“ - Bauernverbände der ostdeutschen Bundesländer kritisieren EU-Pläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen scharf

EU-Vorschläge befeuern Betriebsaufgaben, zerstören Arbeitsplätze, gefährden die Ernährungssicherheit und zerstören Vertrauen in die Politik.

„Das ist nicht nur eine klare Absage an eine zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, es ist eine Kampfansage an ein geeintes Europa – ein fatales Signal“, sagt Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV in Bezug auf die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen und der GAP. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute bekannt gab, soll es ab 2028 kein eigenständiges Agrarbudget wie in der bisherigen Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) mehr geben. Stattdessen sollen die Mittel in einem großen europäischen Fonds aufgehen, der neben der Landwirtschaft auch andere Felder wie Verteidigungsausgaben oder Emissionshandel abdeckt.

Neben vielen neuen Ideen soll künftig nur noch der Landwirtschaftsbetrieb Fördermittel erhalten, der „bedürftig ist.“ Sven Borchert, Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, hält das für grundlegend falsch: „Die GAP ist keine Sozialpolitik, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile. Dass die Kommission willkürlich Kriterien festsetzt, wer bedürftig ist und wer nicht, gleicht einem Schildbürgerstreich: einerseits die Betriebe an die finanzielle Belastungsgrenze treiben und dann gönnerhaft festlegen, wer in der Gunst der Kommission steht und wer nicht. So zerstört die Kommission unsere Branche.“ 

Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht Thomas Thiele vom Sächsischen Landesbauernverband mit Blick auf die Begrenzung und Kürzung von Fördermitteln ab bestimmt Höhen: „Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission, die Professionalisierung des Berufsstandes so hart angreift. Nirgendwo mussten nach der deutschen Einheit Betriebe so kraftvoll und mühsam aufgebaut wie bei uns in Ostdeutschland. Nun macht uns die Kommission einen Strich durch die Rechnung und streicht Fördermittel, die nach richtiger Berechnung bei den Betrieben ankommen müsste.“ 

„Die ländlichen Räume sind unser Rückgrat. Mit der Kürzung, Umgestaltung und Streichung schwächt die Kommission bewusst und mit Kalkül diese Bereiche. Es ist eine weitere Abwertung der ländlichen Bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Die Kommission bringt klar zu Ausdruck: Wir wollen euch nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die nötig sind, um den ländlichen Raum konstant weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft ist Teil der ländlichen Räume und nicht zuletzt auf deren Attraktivität für Arbeitskräfte angewiesen. Daher muss die Kommission ihre Vorschläge zurück zum aktuellen System verändern, da dieses berechenbar und planbar ist,“ findet der Präsident des Thüringer Bauernverbands, Dr. Klaus Wagner.

„Die Ernährungssicherung für unsere Menschen soll mit den Vorschlägen künftig nur noch eine Randnotiz sein. Mit der Abkehr von einer solide gestalteten Betriebsförderung befürchte ich den Verlust der flächendeckenden Landwirtschaft und zahlreicher Arbeitsplätze in den Dörfern. Deutschland ist im Vergleich mit anderen Regionen in der Welt noch ein Gunststandort für die Lebensmittelproduktion. Es ist unerklärlich, warum die Kommission dem Hunger jetzt Vorschub leisten will und es ihr nicht um die Unterstützung heimischer Landwirtschaftsbetriebe geht. Wir wollen eine GAP, die uns auf unserem Weg unterstützt und nicht den Boden unter Füßen wegzieht,“ warnt LBV Brandenburg Präsident Henrik Wendorff.

Wir alle wollen sichere, gesunde und nachhaltige Lebensmittel von hoher Qualität. Wir wollen und wir brauchen gerade in diesen unsicheren Zeiten eine sichere und strategisch aufgestellte Lebensmittelversorgung in der EU. Damit die Landwirtinnen und Landwirte das leisten können, brauchen sie ausreichende Mittel aus einem separaten EU-Agrarfonds, Direktzahlungen aus der ersten Säule ohne Kappung und Degression und eine starke Honorierung von Agrarumwelt- und Klimaleistungen und Förderung des ländlichen Raums. „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Agrarpolitik, die ihrem Namen gerecht wird!“, so die Landesbauernverbände.

 

Präsident Olaf Feuerborn
Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

Präsident Torsten Krawczyk
Sächsischer Landesbauernverband e.V.

Präsident Karsten Trunk
Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Präsident Henrik Wendorff
Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Präsident Dr. Klaus Wagner
Thüringer Bauernverband e.V.

 

Download PDF

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9276-scaled.jpg 1869 2492 BVSt https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg BVSt2025-07-16 17:32:132025-07-16 19:44:11GAP ab 2028: „Ein Schlag ins Gesicht“

„Gerste ist die Erste“

2. Juli 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Medieninformation 05/2025

Magdeburg, 02.07.2025

„Gerste ist die Erste“

Mit Beginn des Julis ist die Ernte in Sachsen-Anhalt in vollem Gange. Wintergerste ist die erste Kultur, die gedroschen wird. Darauf folgen unter anderem Winterraps und Winterroggen, Triticale und Sommergerste sowie Winterweizen. Deutlich später, meist ab September, folgt der Körnermais. 

 

Start in die Mähdrusch-Ernte

Die Ernte ist aufgrund der warmen und trockenen Witterung gut angelaufen. Im Vorfeld gingen die Landwirte von einem unterdurchschnittlichen Ertrag aus. Die vergleichsweise kühlen Nachttemperaturen im Frühjahr und zumindest ausreichende Niederschläge zur rechten Zeit haben sich positiv ausgewirkt, wodurch die Wintergerste vielerorts doch etwas bessere Ergebnisse bringt, als befürchtet. Statt der vorher vermuteten unterdurchschnittlichen Erträge, konnten in den meisten Partien zufriedenstellende bis gute Erträge realisiert werden, mit regional sehr großen Unterschieden. 

Das Ertragsniveau variiert in Sachsen-Anhalt stark, aufgrund der Standortbedingungen und der Niederschlagsverteilung. Während auf den sandigeren Standorten Erträge über 5 t/ha bis 6 t/ha positiv bewertet werden, liegt das Ziel bei den besseren Böden bei über 8 t/ha. Ob diese Werte mit der aktuellen Ernte erreicht werden können, wird nach Abschluss feststehen. Wichtig sind zufriedenstellende Mengen, da die Preise für Wintergerste nachgegeben haben.

 

Aussichten mit Sorge

Winterraps und Winterweizen, zwei sehr wichtige Ackerkulturen, stehen aktuell unter großem Druck: Die Hitze und die Trockenheit führen dazu, dass die Abreife beschleunigt einsetzt, was sich auf Menge und Qualität negativ auswirkt. Das Wetter führt auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben zu sichtlichem Trockenstress. In vielen Kulturen werden Temperaturen und Niederschläge im Juli entscheidend sein.

 

„Ohne Trecker nix beim Bäcker“

Durch die Ernte sind auf vielen Straßen in Sachsen-Anhalt wieder vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Die Erntezeit bedeutet für die Betriebe intensive Arbeit und häufige Transportfahrten. Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die langsamer fahrenden Gespanne – sie sind mit den Lebensmitteln von übermorgen unterwegs. 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/07/barley-field-8145112_1280_neelam279_pixabay.jpg 851 1280 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-07-02 13:34:482025-07-02 13:35:38„Gerste ist die Erste“

Erste Prognose zur Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

20. Juni 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Jährlich treffen sich Landwirte des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. unter Einbezug von Zuckerrübenanbauverbänden und Unternehmen des Landhandels vor der Ernte. Für 2025 wurden aktuelle Einschätzungen zum Anbau und den witterungsbedingten Einflüssen zusammengetragen. Grundlage bildet dafür eine Vorernteschätzung von 50 landwirtschaftlichen Betrieben aus Sachsen-Anhalt.


Der kühle Mai und die Niederschläge um Ostern haben vielen Kulturen das Überleben gesichert. In zahlreichen Regionen konnten sich die Bestände stabilisieren oder sogar regenerieren, in den östlichen und nördlichen Gebieten ist der Trockenstress aber sichtbar. Aufgrund der trockenen Witterung wurde in Getreidebeständen ein geringerer Krankheitsdruck festgestellt. Im Raps ist es in der ackerbaulichen Praxis immer weniger möglich, die Schädlinge in Schach zu halten, mit entsprechenden Kosten- und Arbeitsbelastungen. Aufgrund massiver Schäden durch Rapserdfloh und Rapsglanzkäfer wurden seit der Aussaat im Herbst 2024 schätzungsweise 20 Prozent der Flächen umgebrochen und erneut ausgesät. Der Raps bleibt für viele Betriebe dennoch unverzichtbar, um eine ertragreiche Fruchtfolge zu gewährleisten.


Die Nachfrage nach Wintergerste hat durch sinkende Tierbestände in den vergangenen Jahren spürbar nachgelassen, entsprechend wurde der Anbau vielerorts reduziert. Auch die Anbaufläche von Winterweizen ist etwas zurückgegangen. Hauptgrund dafür ist, dass der Anbau von Weizen in den sogenannten roten Gebieten ein erhebliches wirtschaftliches Risiko aufweist. Die Einschränkungen in der bedarfsgerechten Düngung bewirken, dass auf diesen Flächen fast ausschließlich Futter-Weizen geerntet wird. Für die Landwirte bedeutet das, dass ihre Ernte bei gleichbleibenden Kosten deutlich weniger wert ist.


Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich zunehmend aus, betrifft mittlerweile zahlreiche Ackerkulturen und bewirkt im Ackerbau große Sorgen. Eine Anpassung der Fruchtfolge allein bietet nur sehr eingeschränkt Abhilfe, da die Zikade eine Vielzahl von Kulturen befällt. Sowohl in den Bereichen Züchtung als auch Pflanzenschutz sind unbedingt schnelle Fortschritte zu erzielen, um in der Praxis verhindern zu können, dass sich die Zikade in weiteren Regionen und Kulturen ausbreitet.


Für eine Bewertung von Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben ist es noch zu früh. Die Situation auf dem Grünland wird differenziert bewertet, da die Niederschlagsverteilung an einigen Standorten gute erste Schnitte ermöglichte, an anderen weniger. Auch hier wird entscheidend sein, wie Hitze und Niederschläge in den kommenden Wochen und Monaten verteilt sind.

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/06/maehdrescher-6488887_1920_pixabay_schauhi.jpg 804 1206 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-06-20 10:34:302025-06-20 10:34:46Erste Prognose zur Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt
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