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Archiv für die Kategorie: Ackerbau

Du bist hier: Startseite1 / Ackerbau

"Rote Gebiete" für unwirksam erklärt!

24. Juli 2026/in Ackerbau, Agrarpolitik / Verbandsarbeit/von Erik Hecht

Pressemitteilung von 24.07.2026

Ausweisung von „Roten Gebieten“ in Sachsen-Anhalt gerichtlich aufgehoben – Engagement gegen die Landesdüngeverordnung erfolgreich!

Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 24.06.2026 die Landesverordnung zur Ausweisung der „Roten Gebiete“ in Sachsen-Anhalt für unwirksam erklärt. Damit ist die Gebietsausweisung aufgehoben, die „Roten Gebiete“ entfalten keine Wirkung mehr. Das Urteil wurde nun veröffentlicht und ist das Ergebnis eines langjährigen und gemeinsamen Engagements von landwirtschaftlichen Organisationen und klagenden Betrieben in einem langwierigen Normenkontrollverfahren.

Inhaltlich bestätigt das Bundesverwaltungsgericht seine bereits in den Urteilen vom 24.10.2025 vertretene Rechtsauffassung. Bereits damals hatte das Gericht die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Rechtsgrundlage festgestellt. Die Entscheidung hat zugleich grundsätzliche Bedeutung für die Rechte der Flächeneigentümer und landwirtschaftlichen Betriebe. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts muss der Bundesgesetzgeber die Vorgaben für die Ausweisung der Gebiete aufgrund des verfassungsrechtlich geschützten Eigentums und der Berufsfreiheit deutlich konkreter regeln.

Entscheidend ist nun, wie es weitergeht. Der Ball liegt bei der Umsetzung der Nitratrichtlinie und den dafür erforderlichen Regelungen zur Düngeverordnung beim Bund. Die Länder – und damit auch Sachsen-Anhalt – können derzeit keine neue Landesverordnung erlassen, solange keine verfassungsgemäße Rechtsgrundlage geschaffen wird.

An dem Verfahren und dem langjährigen Engagement waren der Bauernverband Sachsen-Anhalt, der Bauernbund Sachsen-Anhalt, Land schafft Verbindung Sachsen-Anhalt IG sowie die Freien Bauern beteiligt.

Weitere Informationen für Mitglieder

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/07/grundwassermessstelle_bvboerde.jpg 292 337 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-07-24 10:00:102026-07-24 11:33:23"Rote Gebiete" für unwirksam erklärt!

Ernte-Ausblick des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

3. Juli 2026/in Ackerbau/von Erik Hecht

Die diesjährige Ernte in Sachsen-Anhalt steht unter schwierigen Vorzeichen. Große Unterschiede bei Erträgen und Qualitäten, unsichere Marktentwicklungen und weiterhin sehr hohe Produktionskosten prägen die Ausgangslage. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist derzeit kaum absehbar, ob am Ende eine wirtschaftlich tragfähige Ernte steht.

 

Die aktuelle Vorernteschätzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zeigt ein sehr gemischtes Bild, das stark von den regional unterschiedlichen Niederschlagsverteilungen geprägt ist. Während in den nördlichen Landesteilen teilweise stabilere Erträge erwartet werden, haben insbesondere südliche und östliche Regionen unter Trockenheit und Hitze gelitten. Die Folge sind teils deutliche Ertragseinbußen und Qualitätsrisiken, vor allem beim Weizen.

Bei der Wintergerste, deren Ernte begonnen hat, zeichnet sich mit rund 74 dt/ha ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Im Vorjahr lag der Landesdurchschnitt noch bei etwa 80 dt/ha. Auch beim Winterraps werden unterdurchschnittliche Erträge erwartet, begleitet von Berichten über Wachstumsstörungen und Schädlingsdruck. Weitere Kulturen wie Erbsen, Roggen, Dinkel und Durum zeigen ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Beim Winterweizen bestehen erhebliche Unsicherheiten bei den Erträgen und Qualitäten, da noch nicht absehbar ist, wie sich die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen und die Hitzewelle ausgewirkt haben. Trotz vereinzelter Niederschläge ist in zahlreichen Landesteilen der Oberboden bereits wieder ausgetrocknet. Kulturen wie Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Sonnenblumen sind dringend auf weitere Niederschläge angewiesen.

Im Rahmen des jährlichen Vorerntegesprächs von Landwirten und Landhandel, am 1. Juli beim Bauernverband im Haus der Landwirtschaft, wurde die angespannte Lage deutlich bestätigt. Mehr noch als die pflanzenbaulichen und agrarpolitischen Themen stand die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Mittelpunkt. Die Einschätzungen aus Praxis und Handel zeichnen ein besorgniserregendes Bild, viele Betriebe geraten zunehmend in Liquiditätsengpässe. Das nimmt Ausmaße an, die so bislang nur vereinzelt beobachtet wurden. Vor dem Hintergrund global stabiler bis steigender Erntemengen sind kurzfristig keine deutlichen Preisimpulse zu erwarten. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter an und zehren die erwarteten Erlöse der Ernte auf.

Der aktuelle Ausblick ist: Selbst eine durchschnittliche oder lokal gar gute Ernte wird unter diesen Rahmenbedingungen vielfach nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Situation der Betriebe zu entspannen.

 

Am 2. Juli 2026 hat der Deutsche Bauernverband eine Pressemitteilung zum Ernteauftakt herausgegeben: Angespannte wirtschaftliche Situation trotz Durchschnittsernte

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/07/Ernte-Ausblick-2026.png 1080 1080 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-07-03 07:09:582026-07-03 07:07:27Ernte-Ausblick des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt

DLG-Feldtage 2026 in Bernburg eröffnet

16. Juni 2026/in Ackerbau/von Erik Hecht

Mit der offiziellen Eröffnung sind heute die DLG-Feldtage 2026 in Bernburg gestartet. Bis zum 18. Juni trifft sich auf dem Gelände des Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrums die Pflanzenbau-Branche aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Die Veranstaltung gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für den modernen Ackerbau und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Pflanzenbau out of the Box“. Eröffnet wurde die dreitägige Veranstaltung durch DLG-Präsident Hubertus Paetow. Zu den Gästen der Eröffnungsveranstaltung gehörte unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze.

Landwirte, Berater, Wissenschaftler, Unternehmen und interessierte Besucher erhalten an drei Tagen einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen des Pflanzenbaus. Rund 300 Aussteller präsentieren Innovationen aus den Bereichen Ackerbau, Pflanzenzüchtung, Düngung, Pflanzenschutz, Digitalisierung und Landtechnik. Zahlreiche Fachforen, Expertengespräche und Vorführungen bieten die Möglichkeit, sich über neue Verfahren und zukunftsweisende Ansätze zu informieren.

Besonderes Interesse dürften auch die Technikvorführungen auf sich ziehen. Vom KI-gestützten autonomen Feldroboter bis hin zu modernen Großmaschinen wird gezeigt, wie technische Innovationen die Landwirtschaft von morgen prägen können. Im Bereich „FarmRobotix“ stehen insbesondere Robotik, Automatisierung und Künstliche Intelligenz im Fokus. Daneben werden täglich zahlreiche Maschinenkombinationen im praktischen Einsatz präsentiert.

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt ist auf der Landesfläche Sachsen-Anhalts auf den DLG-Feldtagen vertreten. Wir freuen uns auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher sowie auf viele interessante Gespräche rund um die Zukunft der Landwirtschaft. Mitglieder des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt finden im Mitgliederbereich oder über ihre Kreisgeschäftsstelle einen Code, mit dem Online-Tickets 5 € günstiger sind.

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/06/IMG_5813-scaled.jpg 2388 2492 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2026-06-16 14:32:132026-06-16 14:32:13DLG-Feldtage 2026 in Bernburg eröffnet

Deutscher Bauernverband zur Getreideernte 2025

19. August 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet für 2025 mit einer durchschnittlichen Getreideernte von 43,5 Millionen Tonnen. Damit liegt das Ergebnis über den schwachen Vorjahren (2024: 39 Mio. Tonnen), allerdings bei deutlichen regionalen Ertragsschwankungen und teils erheblichen Qualitätseinbußen durch wochenlange Niederschläge. Winterweizen erreicht mit 21,7 Millionen Tonnen ein höheres Niveau als im Vorjahr, leidet jedoch stark unter schwachen Fallzahlen und niedrigen Proteingehalten. Auch Wintergerste (9,3 Mio. Tonnen) und Winterraps (3,85 Mio. Tonnen) schneiden besser ab als 2024.

DBV-Präsident Joachim Rukwied sprach von einer erneuten „Zitterpartie“ und verwies auf die Folgen von Wetterextremen sowie zunehmendem Schädlingsdruck. Zugleich kritisierte er die schlechte Preislage und forderte Entlastungen sowie eine zukunftsfähige Pflanzenschutzstrategie. Die vollständige Pressemitteilung des DBV finden Sie hier: https://www.bauernverband.de/presse-medien/pressemitteilungen/pressemitteilung/bauernverband-legt-durchschnittliche-bilanz-fuer-getreideernte-2025-vor

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2023/08/Weizen_2.jpeg 1024 819 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-08-19 14:37:402025-08-19 15:31:28Deutscher Bauernverband zur Getreideernte 2025
Schnappschuss Ernte 2025

Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

14. August 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

[Dieser Beitrag erschien am 14.08.2025 erstmals und wurde am 28.08.2025 überarbeitet. Grundlage für die Daten ist eine Umfrage unter über 130 landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen-Anhalt.]

Die Ernte auf den Raps- und Getreidefeldern hierzulande ist weitgehend abgeschlossen. Kartoffeln, Rüben und Mais sind weiterhin auf mehr Niederschläge angewiesen.

Die Mähdruschernte begann in der Wintergerste mit einem landesweiten Durchschnitt von 79 dt/ha. Dieses Ergebnis ist besser als im Vorjahr. Regional sind die Schwankungen jedoch sehr stark und variieren zwischen rund 60 dt/ha und rund 92 dt/ha. Maßgeblich dafür sind die Bodenverhältnisse und die Niederschlagsverteilung, die sich auf die Bestandsentwicklung der Wintergerste ausgewirkt haben.

Der Winterraps zeigt sich mengenmäßig mit einem durchschnittlichen Ergebnis, landesweit liegt der Ertrag bei rund 33,7 dt/ha. Die Landwirtinnen und Landwirte melden extreme Differenzen der Ergebnisse: Auf einigen Standorten haben sich die Bestände außerordentlich gut entwickelt, auf anderen wird die Ernte eine finanzielle Nullrunde. Regional reichen die Durchschnitte von 25 dt/ha bis 39 dt/ha. Bereits im Herbst und im Frühjahr wurden Flächen umgebrochen, weil die Bestandsentwicklung aufgrund der Witterung und durch Schädlinge zu schlecht war. Auch die Qualitäten gehen weit auseinander.

Mit knapp 73,5 dt/ha liegt die Ernte des Winterweizens leicht unter dem Vorjahresergebnis von 74 dt/ha und etwas über dem mehrjährigen Mittel. Wie beim Winterraps gibt es sehr unterschiedliche Meldungen zu den Erntequalitäten. Aufgrund der aktuell niedrigen Preise stehen viele Landwirte vor der Frage, ob sie ihre Ernte jetzt verkaufen oder einlagern, was jedoch Kosten mit sich bringt.

Sven Borchert, 1. Vizepräsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., bewertet: „Die Erträge konnten teils positiv überraschen, landesweit reicht es aber nur für eine unterdurchschnittliche Ernte. Die zusätzlich schwierige Vermarktungslage wird sich am Ende auf die Betriebsergebnisse auswirken. Ackerbaulich hat sich wieder gezeigt, dass die Einschränkungen bei der Düngung und die fehlende Flexibilität beim Pflanzenschutz einen großen Unterschied machen. Hier brauchen die Landwirtinnen und Landwirte mehr Handlungsmöglichkeiten.“

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/08/IMG_3327-scaled.jpg 2492 2472 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-08-14 14:59:372025-08-28 12:00:01Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

GAP ab 2028: „Ein Schlag ins Gesicht“

16. Juli 2025/in Ackerbau, Agrarförderung, Agrarpolitik / Verbandsarbeit, Allgemein, Medieninformationen, Verbandsnachrichten/von BVSt

Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Bauernverbände zu den vorgestellten EU-Plänen zum Mehrjährigen Finanzrahmen.

„Ein Schlag ins Gesicht“ - Bauernverbände der ostdeutschen Bundesländer kritisieren EU-Pläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen scharf

EU-Vorschläge befeuern Betriebsaufgaben, zerstören Arbeitsplätze, gefährden die Ernährungssicherheit und zerstören Vertrauen in die Politik.

„Das ist nicht nur eine klare Absage an eine zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, es ist eine Kampfansage an ein geeintes Europa – ein fatales Signal“, sagt Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV in Bezug auf die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen und der GAP. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute bekannt gab, soll es ab 2028 kein eigenständiges Agrarbudget wie in der bisherigen Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) mehr geben. Stattdessen sollen die Mittel in einem großen europäischen Fonds aufgehen, der neben der Landwirtschaft auch andere Felder wie Verteidigungsausgaben oder Emissionshandel abdeckt.

Neben vielen neuen Ideen soll künftig nur noch der Landwirtschaftsbetrieb Fördermittel erhalten, der „bedürftig ist.“ Sven Borchert, Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, hält das für grundlegend falsch: „Die GAP ist keine Sozialpolitik, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile. Dass die Kommission willkürlich Kriterien festsetzt, wer bedürftig ist und wer nicht, gleicht einem Schildbürgerstreich: einerseits die Betriebe an die finanzielle Belastungsgrenze treiben und dann gönnerhaft festlegen, wer in der Gunst der Kommission steht und wer nicht. So zerstört die Kommission unsere Branche.“ 

Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht Thomas Thiele vom Sächsischen Landesbauernverband mit Blick auf die Begrenzung und Kürzung von Fördermitteln ab bestimmt Höhen: „Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission, die Professionalisierung des Berufsstandes so hart angreift. Nirgendwo mussten nach der deutschen Einheit Betriebe so kraftvoll und mühsam aufgebaut wie bei uns in Ostdeutschland. Nun macht uns die Kommission einen Strich durch die Rechnung und streicht Fördermittel, die nach richtiger Berechnung bei den Betrieben ankommen müsste.“ 

„Die ländlichen Räume sind unser Rückgrat. Mit der Kürzung, Umgestaltung und Streichung schwächt die Kommission bewusst und mit Kalkül diese Bereiche. Es ist eine weitere Abwertung der ländlichen Bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Die Kommission bringt klar zu Ausdruck: Wir wollen euch nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die nötig sind, um den ländlichen Raum konstant weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft ist Teil der ländlichen Räume und nicht zuletzt auf deren Attraktivität für Arbeitskräfte angewiesen. Daher muss die Kommission ihre Vorschläge zurück zum aktuellen System verändern, da dieses berechenbar und planbar ist,“ findet der Präsident des Thüringer Bauernverbands, Dr. Klaus Wagner.

„Die Ernährungssicherung für unsere Menschen soll mit den Vorschlägen künftig nur noch eine Randnotiz sein. Mit der Abkehr von einer solide gestalteten Betriebsförderung befürchte ich den Verlust der flächendeckenden Landwirtschaft und zahlreicher Arbeitsplätze in den Dörfern. Deutschland ist im Vergleich mit anderen Regionen in der Welt noch ein Gunststandort für die Lebensmittelproduktion. Es ist unerklärlich, warum die Kommission dem Hunger jetzt Vorschub leisten will und es ihr nicht um die Unterstützung heimischer Landwirtschaftsbetriebe geht. Wir wollen eine GAP, die uns auf unserem Weg unterstützt und nicht den Boden unter Füßen wegzieht,“ warnt LBV Brandenburg Präsident Henrik Wendorff.

Wir alle wollen sichere, gesunde und nachhaltige Lebensmittel von hoher Qualität. Wir wollen und wir brauchen gerade in diesen unsicheren Zeiten eine sichere und strategisch aufgestellte Lebensmittelversorgung in der EU. Damit die Landwirtinnen und Landwirte das leisten können, brauchen sie ausreichende Mittel aus einem separaten EU-Agrarfonds, Direktzahlungen aus der ersten Säule ohne Kappung und Degression und eine starke Honorierung von Agrarumwelt- und Klimaleistungen und Förderung des ländlichen Raums. „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Agrarpolitik, die ihrem Namen gerecht wird!“, so die Landesbauernverbände.

 

Präsident Olaf Feuerborn
Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

Präsident Torsten Krawczyk
Sächsischer Landesbauernverband e.V.

Präsident Karsten Trunk
Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Präsident Henrik Wendorff
Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Präsident Dr. Klaus Wagner
Thüringer Bauernverband e.V.

 

Download PDF

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/07/IMG_9276-scaled.jpg 1869 2492 BVSt https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg BVSt2025-07-16 17:32:132025-07-16 19:44:11GAP ab 2028: „Ein Schlag ins Gesicht“

„Gerste ist die Erste“

2. Juli 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Medieninformation 05/2025

Magdeburg, 02.07.2025

„Gerste ist die Erste“

Mit Beginn des Julis ist die Ernte in Sachsen-Anhalt in vollem Gange. Wintergerste ist die erste Kultur, die gedroschen wird. Darauf folgen unter anderem Winterraps und Winterroggen, Triticale und Sommergerste sowie Winterweizen. Deutlich später, meist ab September, folgt der Körnermais. 

 

Start in die Mähdrusch-Ernte

Die Ernte ist aufgrund der warmen und trockenen Witterung gut angelaufen. Im Vorfeld gingen die Landwirte von einem unterdurchschnittlichen Ertrag aus. Die vergleichsweise kühlen Nachttemperaturen im Frühjahr und zumindest ausreichende Niederschläge zur rechten Zeit haben sich positiv ausgewirkt, wodurch die Wintergerste vielerorts doch etwas bessere Ergebnisse bringt, als befürchtet. Statt der vorher vermuteten unterdurchschnittlichen Erträge, konnten in den meisten Partien zufriedenstellende bis gute Erträge realisiert werden, mit regional sehr großen Unterschieden. 

Das Ertragsniveau variiert in Sachsen-Anhalt stark, aufgrund der Standortbedingungen und der Niederschlagsverteilung. Während auf den sandigeren Standorten Erträge über 5 t/ha bis 6 t/ha positiv bewertet werden, liegt das Ziel bei den besseren Böden bei über 8 t/ha. Ob diese Werte mit der aktuellen Ernte erreicht werden können, wird nach Abschluss feststehen. Wichtig sind zufriedenstellende Mengen, da die Preise für Wintergerste nachgegeben haben.

 

Aussichten mit Sorge

Winterraps und Winterweizen, zwei sehr wichtige Ackerkulturen, stehen aktuell unter großem Druck: Die Hitze und die Trockenheit führen dazu, dass die Abreife beschleunigt einsetzt, was sich auf Menge und Qualität negativ auswirkt. Das Wetter führt auch bei Kartoffeln und Zuckerrüben zu sichtlichem Trockenstress. In vielen Kulturen werden Temperaturen und Niederschläge im Juli entscheidend sein.

 

„Ohne Trecker nix beim Bäcker“

Durch die Ernte sind auf vielen Straßen in Sachsen-Anhalt wieder vermehrt landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Die Erntezeit bedeutet für die Betriebe intensive Arbeit und häufige Transportfahrten. Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die langsamer fahrenden Gespanne – sie sind mit den Lebensmitteln von übermorgen unterwegs. 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/07/barley-field-8145112_1280_neelam279_pixabay.jpg 851 1280 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-07-02 13:34:482025-07-02 13:35:38„Gerste ist die Erste“

Erste Prognose zur Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

20. Juni 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Jährlich treffen sich Landwirte des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. unter Einbezug von Zuckerrübenanbauverbänden und Unternehmen des Landhandels vor der Ernte. Für 2025 wurden aktuelle Einschätzungen zum Anbau und den witterungsbedingten Einflüssen zusammengetragen. Grundlage bildet dafür eine Vorernteschätzung von 50 landwirtschaftlichen Betrieben aus Sachsen-Anhalt.


Der kühle Mai und die Niederschläge um Ostern haben vielen Kulturen das Überleben gesichert. In zahlreichen Regionen konnten sich die Bestände stabilisieren oder sogar regenerieren, in den östlichen und nördlichen Gebieten ist der Trockenstress aber sichtbar. Aufgrund der trockenen Witterung wurde in Getreidebeständen ein geringerer Krankheitsdruck festgestellt. Im Raps ist es in der ackerbaulichen Praxis immer weniger möglich, die Schädlinge in Schach zu halten, mit entsprechenden Kosten- und Arbeitsbelastungen. Aufgrund massiver Schäden durch Rapserdfloh und Rapsglanzkäfer wurden seit der Aussaat im Herbst 2024 schätzungsweise 20 Prozent der Flächen umgebrochen und erneut ausgesät. Der Raps bleibt für viele Betriebe dennoch unverzichtbar, um eine ertragreiche Fruchtfolge zu gewährleisten.


Die Nachfrage nach Wintergerste hat durch sinkende Tierbestände in den vergangenen Jahren spürbar nachgelassen, entsprechend wurde der Anbau vielerorts reduziert. Auch die Anbaufläche von Winterweizen ist etwas zurückgegangen. Hauptgrund dafür ist, dass der Anbau von Weizen in den sogenannten roten Gebieten ein erhebliches wirtschaftliches Risiko aufweist. Die Einschränkungen in der bedarfsgerechten Düngung bewirken, dass auf diesen Flächen fast ausschließlich Futter-Weizen geerntet wird. Für die Landwirte bedeutet das, dass ihre Ernte bei gleichbleibenden Kosten deutlich weniger wert ist.


Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich zunehmend aus, betrifft mittlerweile zahlreiche Ackerkulturen und bewirkt im Ackerbau große Sorgen. Eine Anpassung der Fruchtfolge allein bietet nur sehr eingeschränkt Abhilfe, da die Zikade eine Vielzahl von Kulturen befällt. Sowohl in den Bereichen Züchtung als auch Pflanzenschutz sind unbedingt schnelle Fortschritte zu erzielen, um in der Praxis verhindern zu können, dass sich die Zikade in weiteren Regionen und Kulturen ausbreitet.


Für eine Bewertung von Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben ist es noch zu früh. Die Situation auf dem Grünland wird differenziert bewertet, da die Niederschlagsverteilung an einigen Standorten gute erste Schnitte ermöglichte, an anderen weniger. Auch hier wird entscheidend sein, wie Hitze und Niederschläge in den kommenden Wochen und Monaten verteilt sind.

 

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/06/maehdrescher-6488887_1920_pixabay_schauhi.jpg 804 1206 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-06-20 10:34:302025-06-20 10:34:46Erste Prognose zur Ernte 2025 in Sachsen-Anhalt

Trockenheit etabliert sich

31. März 2025/in Ackerbau, Verbandsnachrichten/von Erik Hecht

Ende März herrscht in Sachsen-Anhalt bereits wieder eine ausgeprägte Trockenheit. Im ersten Quartal des Jahres gab es zu wenige Niederschläge, in einigen Regionen des Landes fiel im gesamten März kein Regen. Dies führte dazu, dass die oberen Bodenschichten durchgetrocknet sind. Dies gilt für viele Böden in der Nordhälfte Deutschlands, wie aus dem Bodenfeuchteviewer des Deutschen Wetterdienstes hervorgeht.

Die Trockenheit wirkt sich auf die Entwicklung von Ackerpflanzen in Sachsen-Anhalt aus. Sommerungen wie Mais, Zuckerrüben oder Sommergetreide brauchen für eine zügige Keimung und Jugendentwicklung ausreichende Bodenfeuchte. Früh gesäte Kulturen keimen unregelmäßig oder gar nicht, wenn zu wenig Wasser verfügbar ist. Sommerungen, Winterungen und mehrjährige Kulturen können dann auch kaum Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen.

Die Nutzpflanzen, die durch Trockenstress geschwächt sind, sind zudem anfälliger für tierische Schaderreger und Krankheiten. Wenn Pflanzen unter Wassermangel leiden, fahren sie ihren Stoffwechsel herunter, was auch die Produktion von Abwehrstoffen reduziert und die Zellstruktur schwächt. Dies erleichtert es Krankheitserregern, in das Pflanzengewebe einzudringen, und führt dazu, dass befallene Pflanzenteile schlechter regeneriert werden. Gleichzeitig verändern sich durch den stockenden Pflanzenwuchs auch die Bestandsstrukturen: Lückige und offene Bestände führen zu einer stärkeren Bodenerwärmung und einem veränderten Mikroklima, das wärmeliebenden Schädlingen wie Blattläusen und Zikaden bessere Entwicklungsbedingungen bietet.

Die Wetterprognosen für den April 2025 deuten auf einen insgesamt milden Monat hin, mit erheblichen Temperaturschwankungen und wechselhaften Bedingungen. Zwar sind ergiebige Niederschläge nicht ausgeschlossen, ihre Eintrittswahrscheinlichkeit bleibt jedoch unsicher. Wichtig wären diese allemal, für Äcker und Grünland ebenso wie für Wälder, Flüsse und Gärten.

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2025/03/symbolbild_trockenheit_mais_cornfield-4240209_1280_couleur_pixabay.jpg 853 1280 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2025-03-31 11:03:412025-03-31 11:03:41Trockenheit etabliert sich
Pressemitteilung zum Vorernte-Gespräch 2024

Verstärkung gesucht – Stellenanzeige

21. Oktober 2024/in Ackerbau/von Erik Hecht

Wir bieten zum 1. Januar 2025 oder nächstmöglich für die Geschäftsstelle in Bernburg eine Stelle als
Referent (m/w/d) für Ackerbau und Pflanzenbau
in Vollzeit als Elternzeitvertretung. Voraussetzungen sind Affinität für verbandliche und politische Gremienarbeit und natürlich sehr gute Kenntnisse im Bereich Pflanzenproduktion. Wir bieten u.a. Flexibilität bei Arbeitszeiten und moderne Arbeitsmittel.
Alle Informationen gibt es HIER.

https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/IMG_9261-scaled.jpg 1869 2492 Erik Hecht https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svg Erik Hecht2024-10-21 14:19:322024-10-22 07:30:29Verstärkung gesucht – Stellenanzeige
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