Ernte 2020: Besser als befürchtet, aber deutlich unter dem Durchschnitt

Die Getreideernte in Sachsen-Anhalt ist abgeschlossen. Deutliche Unterschiede gab es diese Saison innerhalb der Druschkulturen hinsichtlich des Ertrages. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Winterweizen um rund 10 Prozent verbessern, auf 65,7 dt/ha statt 60,7 dt/ha – jedoch mit großen regionalen Schwankungen von minus 20 bis plus 25 Prozent. Damit bleibt der Winterweizen, für die meisten Betriebe die wichtigste Kultur, deutlich unter dem langjährigen Mittel von 76,5 dt/ha. Bei guten Erträgen liegen die Eiweißgehalte oft unter den für Qualitätsweizen notwendigen Werten.

Ähnlich starke Schwankungen hatten die Bauern bei den Beständen der Wintergerste. Frostschäden und die Trockenheit haben zu einer geringeren Ernte als 2019 geführt, 58,9 dt/ha statt 64,8 dt/ha im Landesdurchschnitt. Das ist ein Rückgang von ca. fast 10 Prozent und fast 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Ein Teil der Wintergerste wurde vorab zudem im grünen Zustand gehäckselt, um Futter für die Viehbestände zu haben. Der Winterroggenertrag liegt mit 45 dt/ha leicht über dem Ertrag von 2019. Aus der Praxis berichten die Landwirte über bisher nicht gekannte Ertragsschwankungen innerhalb der Kulturen. Dabei hatten Sorte, Boden, Frost und Niederschläge großen Einfluss.

Der Winterraps hat dieses Jahr deutlich bessere Ölgehalte als im Vorjahr – 41 bis 44 Prozent – und konnte sich im Ertrag gegenüber 2019 um 10 Prozent auf durchschnittlich 32,9 dt/ha steigern. Auch hier waren die regionalen und zum Teil lokalen Unterschiede stark ausgeprägt, minus 25 bis plus 20 Prozent Ertragsdifferenz im Vergleich zum Vorjahr. Wie schon 2019 rückt der Rapserdfloh immer weiter in den Fokus der Landwirte und sorgt für Schwierigkeiten. Ein großes Problem ist die sich massiv ausbreitende Feldmauspopulation. Inzwischen sind ca. 100.000 ha stark bis sehr stark befallen, das ist ein Zwölftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche Sachsen-Anhalts. Die Pflanzenbestände auf den Äckern wurden teilweise zu 50 Prozent abgefressen.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., sieht bei der Ernte insgesamt eine leichte Verbesserung gegenüber den Vorjahren: „Der größere Teil der Betriebe im Land konnte 2020 eine bessere Getreideernte als 2018 und 2019 einfahren. Manche Regionen sind aber noch stärker als im Vorjahr von der anhaltenden Dürre betroffen, besonders im Vorharz und in Teilen Anhalts. Von einer Entspannung der Lage können wir leider nicht sprechen, da die Erträge teils deutlich unter denen normaler Jahre liegen, die Böden bis in die unteren Bodenschichten ausgetrocknet sind und zudem die Futtersituation weiter angespannt ist. Zuckerrüben, Kartoffeln und der Mais hatten sich erst noch gut entwickelt, leiden nun aber regional unter Trockenstress. Das trifft auch auf das Grünland zu. Die Landwirte Sachsen-Anhalts hoffen nun, dass die noch wachsenden Kulturen bald ergiebigen Regen bekommen und es sich temperaturmäßig etwas abkühlt.“

 

Hintergrund zu Feldmausschäden: Die durch Feldmäuse angerichteten Schäden richten sich nach dem Grad des Befalls und der Art der geschädigten Kultur. Auch befallene Flächen, die nicht komplett durch Feldmaus-Fraß vernichtet werden, bedeuten massive Verluste für Landwirte. Folgende vereinfachte Rechnung soll dies verdeutlichen, die Werte sind gerundet: Bringt eine Ackerfläche mit Winterweizen normalerweise 6 Tonnen Ertrag je Hektar, wird dieser bei einem Feldmaus-Schaden von 50 Prozent auf 3 Tonnen dezimiert. Bei einem Erzeugerpreis von 170 €/Tonne entstehen Einnahmeverluste von ca. 500 €/Hektar. Bei einer betroffenen Ackerfläche von 100 Hektar Winterweizen ergeben sich daraus Schäden von ca. 50.000 Euro.

Bauernverband und Landhändler mit ersten Einschätzungen zur bevorstehenden Ernte

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. hatte in der vergangenen Woche die Landhändler in Sachsen-Anhalt zu einem Vorernte-Gespräch eingeladen. Verbandspräsident Olaf Feuerborn begrüßte die Teilnehmer zum gemeinsamen Austausch, der nun zum dritten Mal in Folge vor dem Hintergrund einer starken Trockenheit stattfand. Die Witterung wird sich auch in diesem Jahr deutlich auf die Ernte auswirken.

Die Qualitäten von Getreide, Raps, Kartoffeln, Rüben und Futterpflanzen unterliegen bis zuletzt der Witterung und auch die Preise können schnell und stark schwanken. Zum jetzigen Zeitpunkt kann eine erste Einschätzung vorgenommen werden. Zwar hat ein kühler Mai im Gegensatz zu 2018 und 2019 vielen Pflanzenbeständen durch die Trockenheit geholfen, doch insgesamt haben die Getreidekulturen auf das fehlende Bodenwasser mit Reduzierung von ährentragenden Halmen und geringerem Kornansatz reagiert. Auch Frostschäden sind zu verzeichnen. In den Kulturen Gerste, Roggen, Weizen und Raps rechnen viele Betriebe mit 15 – 25 % weniger Ertrag, als im Durchschnitt der Jahre von 2013 – 2018. Die letzten Regentage haben für Kulturen wie Weizen noch etwas gebracht, es bleibt aber deutlich zu trocken. Bei Raps zeichnet sich schon jetzt eine deutliche Notreife ab. Die Trockenheit in Frühjahr 2020 hat zu geringen Erträgen bei Ackerfutter und Grünland geführt. Viele Betriebe haben Probleme beim Anschluss von Futter und beim Anlegen von Futterreserven. Dazu kommen die deutlich zu niedrigen Milchpreise.

Die Landhändler berichteten von weitgehend leeren Lägern in ihren Erfassungsgebieten, allerdings sind die Weizenvorräte weltweit auf einem Rekordhoch. Zudem wird eine große Maisernte vor allem in den USA erwartet, welche neben den hohen Lagerbeständen die Preise nach oben deckeln wird. Sehr wichtig für die aufnehmende Hand wird weiterhin die Qualitätsfrage sein, da sich an dieser die Verwendungsmöglichkeit der Ernte entscheidet.

Unsicherheit wegen der erwarteten Erträge zeigt sich auch in weniger Vorkontrakten. Bei diesen wird, in guten Preisphasen, bereits vorab ein Teil der Ernte vermarktet. Da unklar ist, wie die Ernte ausfallen wird, waren Betriebsleiter mit dem Vorkontraktieren jedoch vorsichtig, erklärten Landhändler und Praktiker einhellig.

Hans-Jürgen Schulz, Leiter der Abteilung 7 (Landwirtschaft, Gentechnik, Agrarmärkte, Veterinärwesen) im MULE, nahm ebenfalls am Vorerntegespräch teil und berichtete über die aktuellen Anbauzahlen. Auffällig ist, dass mehr für die Nischen produziert wird, etwa Hafer oder Dinkel. Außerdem hat, trotz geringerer Viehbestände, der Anbau von Futterpflanzen zugenommen. Das ist der unsicheren Futtersituation der letzten Jahre zuzuschreiben. Der Anbau von Winterweizen wurde deutlich zu Gunsten von Raps reduziert.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., fasste am Ende der Veranstaltung zusammen: „Für viele Betriebe wird 2020 zum dritten oder sogar vierten Mal in Folge eine unbefriedigende Ernte. Auch wenn es weniger trockenheitsbedingte Ausfälle gibt, als in den letzten zwei Jahren, sehen wir überall, dass eine Menge Wasser fehlt. Ich hoffe, wir können zu guten Bedingungen dreschen, damit wir trotz allem möglichst gute Qualitäten einfahren.“

Agrarexporte: Fakten statt Vorurteile

Nach einem schwachen Jahr 2018 konnten die deutschen Agrarexporte in 2019 wieder um rund 1,6 Milliarden Euro auf 73,257 Milliarden Euro zulegen – Zahlen wie diese werden oft für Kritik an der Landwirtschaft bemüht. Sie bieten bei genauerer Betrachtung aber wenig Anlass, denn: Deutschland ist Nettoimporteur von Ernährungsgütern und Agrarprodukten. In den letzten Jahren lag der negative Saldo im zweistelligen Milliardenbereich. Das liegt vorrangig daran, dass Deutschland wesentlich mehr Lebensmittel verbraucht als hier erzeugt werden. Knapp die Hälfte der Bundesfläche wird nicht landwirtschaftlich genutzt und die vorhandene Nutzfläche ist nach internationalen Maßstäben sehr streng reglementiert. Unverarbeitete Erzeugnisse sind aufgrund hoher Standards für den Export damit oft zu teuer.

Der Großteil der deutschen Agrarexporte ist keine pflanzliche Rohware, sondern weiterverarbeitete Produkte. Neben hochwertigen Veredlungserzeugnissen wie Schokolade besteht insbesondere nach verarbeiteten Tiererzeugnissen, wie Käse und Wurst, innerhalb der EU rege Nachfrage. Zwischen 75 und 80 Prozent der deutschen Agrarexporte gehen an andere EU-Staaten. Agrarhandel ist wichtig, was schon im kleinen Maßstab deutlich wird. Sachsen-Anhalt ist stark landwirtschaftlich geprägt, andere Bundesländer, besonders die Stadtstaaten, sind auf die „Agrarimporte“ aus den Flächenländern angewiesen.

Eine weitere Exportgruppe ist die Palette der Erzeugnisse, die keinen ausreichenden, europäischen Markt haben: Ohren, Pfoten, Schweineschnauzen. Diese werden von den Verbrauchern vor Ort nicht nachgefragt, in beispielsweise China herrscht jedoch ein hoher Bedarf. Hier ist Agraraußenhandel nicht nur ökonomisch sinnvoll – ohne einen Absatz dieser Erzeugnisse würden Lebensmittel verschwendet werden.

Was ebenso betont werden muss: Über 90 Prozent der deutschen Agrarexporte gehen in entwickelte Volkswirtschaften mit hohen Einkommen. Nach Afrika hingegen gehen, nach Angaben der EU-Kommission, nur 2 bis 3 Prozent der deutschen Agrarexporte. Demgegenüber stehen Agrarimporte von Kaffee, Tee und anderen Pflanzenerzeugnissen, was aufseiten Afrikas als Agrarhandelspartner zu jährlichen Exportüberschüssen im zweistelligen Milliardenbereich führt. Diese Einnahmen kämen ohne internationalen Handel nicht zustande.

Fazit zur Grünen Woche

Auch in diesem Jahr herrscht in der Sachsen-Anhalt-Halle auf der Internationalen Grünen Woche gute Stimmung. Mit ihren Produkten haben die insgesamt mehr als 100 Ausstellerinnen und Aussteller aus Sachsen-Anhalt für Regionalität und Qualität geworben. Dass das bei den Besuchern gut ankam, zeigten nicht zuletzt die vollen Gänge zwischen den Ständen. Die IGW ist die weltweit wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau und wurde im Januar 2020 zum 85. Mal ausgerichtet. Rund 400.000 Besucher kamen auf die Messe.

Zum Sachsen-Anhalt-Tag am 20. Januar waren, neben Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff, viele wichtige Akteure der Grünen Branche auf der Messe. Zusammen mit dem Ministerpräsidenten nahmen die Ministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert, Sachsen-Anhalt Bauernpräsident Olaf Feuerborn, AMG-Geschäftsführer Dr. Jörg Bühnemann und Dr. Bernd Schwalenberg vom Bauernbund an einem gemeinsamen Rundgang teil.

Einer der Stände in der Halle 23b gehörte dem Brockenbauern Thielecke, Mitglied im Bauernverband Nordharz e.V. und überregional bekannt für sein Harzer Rotes Höhenvieh. Uwe Thielecke und seine Familie führen einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Fokus auf Direktvermarktung und Regionalität, sie betreiben ein Steakhaus & Hofcafé, einen Hofladen und bieten Landwirtschaft zum Anfassen. Thielecke hatte der Gruppe um Ministerpräsidenten Haseloff eine Auswahl seiner prämierten Wurst- und Schinken-Spezialitäten angeboten.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., zieht nach der IGW ein positives Fazit: „Wir hatten wieder viele tolle Produkte in der Sachsen-Anhalt-Halle, die von unseren bekannten Lebensmittel-Verarbeitern und Direktvermarktern präsentiert wurden. Besonders die innovativen Produktideen zogen viele Besucher an. Hervorzuheben sind in diesem Jahr die Kräuterprodukte aus unserem Land, die am Freitag im Mittelpunkt standen. Alle Aussteller, mit denen ich mich unterhalten habe, waren sehr zufrieden, auch weil die Agrarmarketinggesellschaft wie gewohnt alles hervorragend organisiert hatte.“

Einen halbstündigen Bericht aus der Sachsen-Anhalt-Halle finden Sie unter:

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Unbefriedigende Getreideernte in Sachsen-Anhalt

Teils noch geringer als im Vorjahr und deutlich unter dem langjährigen Mittel, das ist die Bilanz der diesjährigen Getreide- und Rapsernte im Land. Anfang Juli hatten bereits die Erträge der Wintergerste enttäuscht, die deutlich unter dem langjährigen Mittel lagen. Lediglich punktuell fiel genug Regen, so dass bessere Erträge erzielt wurden. Ähnlich lautet das Fazit im Weizen, der wichtigsten Getreideart, sowie für Roggen und Triticale. Hauptgrund dafür ist die seit dem Vorjahr anhaltende Trockenheit. Das Fehlen von pflanzenverfügbarem Wasser hat auch dazu geführt, dass das Erntegut einen hohen Anteil an Schmachtkorn enthält. Bei diesen Körnern wurde durch die Trockenheit die Einlagerung von Nährstoffen verfrüht abgebrochen.

Außerordentlich von der Trockenheit betroffen sind die Regionen Anhalt, Halle und die Querfurter Platte, bis in den Burgenlandkreis, was sich auch im Raps gezeigt hat, der normalerweise nach Weizen wichtigsten Kultur in Sachsen-Anhalt. Der sonst übliche und angestrebte Ölgehalt von Winterraps liegt bei rund 45 Prozent, die kleinen Körner in diesem Jahr brachten nur 38 bis 42 Prozent bei Erträgen von teils unter 20 dt/ha. Ein Teil der Rapsflächen war aufgrund der schwierigen Witterung bereits zu Beginn des Jahres oder noch im Vorjahr umgebrochen worden. Im Vergleich zu 2018 wurde nach Daten des Statistischen Landesamtes auf nur der Hälfte der üblichen Fläche Raps geerntet.

Nur begrenzte Hoffnung haben die Betriebe in die noch anstehenden Ernten bei Mais, Zuckerrübe und Kartoffeln. Der Mais, der dringend für den Aufbau von Futterreserven benötigt wird, ist teils so von Trockenheit geschädigt, dass sich die Kolben nicht ansatzweise ausgebildet haben. Flächen, die zur Gewinnung von Körnermais angelegt wurden, sind vielerorts vorzeitig für die Fütterung geerntet worden. Viele Betriebe mit Rinderhaltung haben zur Verbesserung ihrer Futtersituation bereits im Vorjahr mehr Futterflächen angelegt, um für die Tiere wieder Reserven aufzubauen.

Die Politik auf Kreis- aber besonders auf Landesebene ist jetzt mit Blick auf die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt gefordert, keine zusätzlichen kostentreibenden politischen Wunschkonzerte umzusetzen und weitere Wettbewerbsverschärfungen zu betreiben. Dies ginge an der betriebswirtschaftlichen Realität der Betriebe im Lande komplett vorbei, die ihre Produkte größtenteils zu Weltmarktpreisen absetzen. Stetige neue Einschränkungen und sogenannte gesellschaftliche Wünsche führen lediglich zu einem weiteren Abbau der noch vorhandenen Tierhaltung und zur Einschränkung von notwendigen Fruchtfolgen im Ackerbau. Verantwortungsvolle Politik ist aufgefordert, die Grundlagen dafür zu schaffen, dass Landwirtschaft in ihrer Vielfältigkeit auch weiterhin vor Ort betrieben werden kann.

Kein finanzieller Ausgleich durch den Getreidemarkt

In Sachsen-Anhalt ist die Getreideernte in den letzten Zügen. Neben der Trockenheit und den geringen Erträgen ist besonders die Marktpreissituation eine große Herausforderung. Die Erzeugerpreise für beispielsweise Weizen sind deutlich schlechter als im Vorjahr. Bundesweit wird auch in weniger von Trockenheit und Hitze betroffenen Regionen eine geringere Ernte eingefahren, als noch vor einigen Wochen erwartet worden ist. Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht neuen Berechnungen zufolge von einer Getreideernte in der Höhe von 44 bis 45 Millionen Tonnen aus. Das langjährige Mittel wird um rund 4 Millionen Tonnen unterschritten. Der DBV erläuterte: „Die Korrektur der Ernteerwartungen ist auf die Hitzewellen zurückzuführen, die insbesondere das Ertragspotenzial der wichtigsten Getreideart in Deutschland, dem Winterweizen, reduziert haben.“
Auf die internationalen Rohstoffmärkte wirkt sich eine nationale Minderernte im Getreide nicht aus. Eine Erholung des Marktpreises wird aktuell nicht erwartet, da in Russland, Frankreich und den USA gute Ernten prognostiziert werden. Jüngste Ernteprognosen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA sorgten nochmals für Preisstürze bei Weizen und anderen Kulturen.
Viele Betriebe würden in dieser Situation gerne auf bessere Preise warten, um ihre Ernte zu vermarkten. Eine schnelle Liquidität bei niedrigeren Marktpreisen ist jedoch wichtig, um die zukünftige Ernte vorzufinanzieren und laufende Verbindlichkeiten zu bedienen. Im Bereich der Bio-Marktfrüchte kommt für die Betriebe erschwerend hinzu, dass der Markt weitestgehend gesättigt scheint. Dies liegt beispielsweise daran, dass der Absatz von Bio-Lebensmitteln langsamer steigt, als die Bereitschaft der Landwirte zu einer Umstellung, jedoch auch an der preisgünstigeren Konkurrenz aus dem Ausland. Die geringe Nachfrage trifft besonders die Betriebe, die in den vergangenen Jahren Geld in die langwierige Umstellung ihrer Produktion investiert haben. Sogenannte Umstellungsware, die nach Bio-Standard angebaut wurde, aber noch nicht das entsprechende Zertifikat hat, wird auf dem Markt fast ausschließlich nur zu konventionellen Preisen abgenommen. Die vom Bauernverband getätigten Hinweise an die Politik, die Markt- und Preisentwicklung im Ökobereich nicht aus den Augen zu verlieren, bewahrheiten sich damit. Leider scheint es, dass es der Politik im Ökobereich lediglich um das Erreichen von statistischen Ausbauzielen geht und die wirtschaftliche Situation der Betriebe nachrangig ist.

Bauernverband und Landhändler bewerten Ertragserwartungen und Marktentwicklungen für Druschfrüchte

Es ist seit Jahren gute Tradition, dass sich der Bauernverband mit Vertretern des Landhandels über die zu erwartenden Erträge und die Marktlage bei den Druschfrüchten austauschen. So trafen sich am 30. Juni 2017 Vertreter beider Seiten, um den Stand der Kulturen, die Vermarktungsaussichten für Getreide und Raps aber auch die globalen Entwicklungen auf den Agrarmärkten zu diskutieren. Weiterlesen

Mähdrusch endet mit guten Durchschnittserträgen

maehdrescherZum Ende der Ernte von Getreide und Raps vermelden Sachsen-Anhalts Bauern überwiegend gute Durchschnittserträge. „Trotz der geringen Regenmengen im Frühjahr haben sich die Bestände von Getreide gut entwickelt und zu Erntemengen geführt, die leicht über unseren Erwartungen liegen. Einzig bei der Ernte von Raps wurden die Ertragserwartungen enttäuscht. Anders als in anderen Teilen Deutschlands können unsere Bauern größtenteils zufrieden mit den Ernteergebnissen sein. Die niedrigen Erlöse aus dem Verkauf der Ernte stellen jedoch eine große Belastung für unsere Betriebe dar, vor allem für Nutztierhalter, die seit inzwischen mehr als einem Jahr mit einem finanziellen Defizit wirtschaften müssen“, bilanziert Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., auf der Erntepressekonferenz am 24. August in Cosa. Weiterlesen

Landwirtschaft befindet sich in der tiefsten Krise seit 25 Jahren

ernte-pk16Die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt befindet sich in der verheerendsten Krise der letzten 25 Jahre. Durch die prekäre Situation auf den Märkten für Produkte tierischer Herkunft und für Marktfrüchte stecken vor allem viehhaltende Bauern in einer Existenzkrise, der sie sich inzwischen hilflos ausgeliefert fühlen. Weiterlesen

Waldbauern, Jäger und Landwirte fordern Erhalt ihres Ministeriums

domplatzDer Waldbesitzerverband hatte mit Unterstützung eines breiten Landnutzerbündnisses am 13. April 2016 zu einer Kundgebung auf den Magdeburger Domplatz eingeladen. Aus allen Teilen des Bundeslandes folgten Waldbauern, Jäger und Landwirte dem Aufruf, so dass begleitet von Rückewagen, Holztransporter und Traktoren mehrere Hundert Demonstranten ihre Forderungen an den frisch gewählten Landtagspräsidenten, Hardy Peter Güssau, übergeben konnten.
Der Bauernverband Sachsen-Anhalt, spricht sich gegen eine Trennung der Bereiche Landwirtschaft und Umwelt und für eine erfahrene und wirtschaftsfreundliche Führung des Ministeriums aus. Die Landwirtschaft mit vor- und nachgelagerten Bereichen ist der zweitstärkste Wirtschaftsfaktor Sachsen-Anhalts. Dieses muss berücksichtigt werden, und die Agrarwirtschaft darf auch aus Gründen der Arbeitsplatzsicherheit und Wertschöpfung nicht geschwächt werden.
In der kommenden Legislaturperiode stehen wichtige Entscheidungen an. Die Besonderheiten unserer Landwirtschaft in Produktionsrichtungen, Betriebsformen und Strukturen müssen in den politischen Verhandlungen auf Bundesebene, aber auch im Zuge der kommenden EU-Agrarreform angemessen Berücksichtigung finden. Hier brauchen wir einen erfahrenen und verhandlungsstarken Minister, der sich für unsere Landwirte einsetzt.
Eine Teilung der Bereiche Umwelt und Landwirtschaft würde den bisherigen Konsens zwischen Interessen des Umwelt- und Naturschutzes und den im ländlichen Raum wirtschaftenden Interessengruppen unnötig aufs Spiel setzen.
Eine Vielzahl verlässlicher, nachhaltiger Arbeitsplätze und Existenzen hängen von der künftigen Landespolitik ab. Der Bereich der Land- und Forstwirtschaft ist für den ländlichen Raum und für das Bundesland Sachsen-Anhalt von existentieller Bedeutung. Deshalb fordert der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt zusammen mit den anderen Interessenvertretungen der Grundeigentümer, Jäger und Landwirte, dass das Schlüsselministerium den Menschen im ländlichen Raum nutzen muss.