Kommentar der Verbandsspitze im Informationsheft 06/2020

Monatlich veröffentlicht der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. im verbandseigenen Informationsheft einen Kommentar zu aktuellen Geschehnissen und Entwicklungen. Mitglieder können das Heft im Mitgliederbereich lesen und erhalten es als Printversion. Nichtmitglieder finden hier die Möglichkeit eines Abonnements und einen Einblick in die Themen der letzten Ausgaben.

 

Kommentar

Werte Verbandsmitglieder,
liebe Berufskolleginnen und -kollegen,

die ganze Gesellschaft und die Wirtschaft sorgen sich aktuell sowohl um die Gesundheit als auch um die Folgen der Coronakrise. Es geht um schwerwiegende Folgen für die Volkswirtschaft, eingeschlossen in eine ausufernde Staatsverschuldung, aber natürlich auch um persönliche Konsequenzen, wie stornierte Urlaubsreisen, Kurzarbeit oder gar Jobverlust.
Am Anfang war es vor allem der Umgang mit den Beschränkungen in den Betrieben, dann die Sorge wegen fehlender Saisonarbeitskräfte. Doch zunehmend gerieten die Agrarmärkte aus den Fugen, Lieferketten wurden unterbrochen, Absatzmärkte waren von einem auf den nächsten Tag weggebrochen. Mit aller Macht traf es dabei den Milchmarkt, einzelne Molkereien mit Geschäft nach Südeuropa, mit Verträgen für den Gastrobereich oder mit Produkten für Asien gerieten durch die täglich angelieferte Rohmilch und die plötzlichen Absatzprobleme in die Enge. Alle wollten und wollen die verstärkten Absätze im LEH nutzen, was nicht jeder Molkerei offensteht.
Damit eröffneten sich immense Preisdruckargumente für den Einzelhandel bei den Verhandlungen mit den Molkereien. Die sinkenden Erzeugerpreise für Milch verschärfen die wirtschaftliche Situation nach den zwei Dürrejahren auf den Höfen.
In der Krise wird aktuell der Ruf nach Mengensteuerung von Rohmilch wieder laut. Das Angebot an Milch soll verringert werden, um sich der Nachfrage anzupassen und so einen auskömmlichen Preis zu erreichen. Theoretisch klingt dies gut, ein scheinbar einfacher Weg, um den Milchbauern eine gute Preissituation zu schaffen. Doch schaut man auf die Märkte wird schnell klar, dass so ein Modell nur europaweit greifen kann. Und selbst dann sind die internationalen Handelsbeziehungen so stark vernetzt, dass sich neue Wege auftun werden, um fehlende Mengen (aber dann als Fertigprodukt) zu ersetzen. Bei einem wie auch immer gearteten System der Mengensteuerung bleiben noch weitere Fragen offen: Wie wird reagiert, wenn der Preis sich auch bei einer Verringerung der Menge nicht wunschgemäß und zügig nach oben entwickelt (ein Blick auf die OPEC lohnt da auch)? Welcher Preis soll erreicht werden, wer kontrolliert die Umsetzung (eine neue staatliche Behörde, die zur Kontrolle auf den Höfen oder in der Molkerei erscheint?), welche Basismenge wird angenommen? Es ist einfach mal kompliziert.
Gibt es nicht vielmehr andere Möglichkeiten? Ich denke schon. Angefangen bei den Lieferbeziehungen zwischen Erzeuger und Molkerei. Es sollte eine interne Mengensteuerung gefunden werden, die es bei Problemen der einzelnen Molkerei erlaubt, die Mengen anzupassen. Faktisch kann das schon gemacht werden. Diese jeweiligen Modelle sollten verhandelt werden und zwar in Zeiten, welche nicht mit Krise umschrieben werden. Zudem sind die Molkereien gefordert Preisofferten für 1 bis 2 Jahre zu machen, mit entsprechender Absicherung über die Börsen. Der einzelne landwirtschaftliche Betrieb kann das kaum.
Wie sieht die Absatzmöglichkeit nach Russland aus? Hier wurde politisch eine gut entwickelte Absatzmöglichkeit zerstört, indem man einen Boykott begann, den die Russen mit einem Boykott für landwirtschaftliche Produkte beantworteten.
Aktuell sind Private Lagerhaltung und Intervention ein Ventil für die verarbeitete Rohmilch. Sicher ist, dass die eingelagerten Mengen wieder auf den Markt kommen und damit einen Preisanstieg dämpfen. Es sind jedoch die Marktordnungsinstrumente, welche schnell greifen. Wenn mit den wieder verkauften Mengen Gewinne entstehen, sollten diese nicht in den allgemeinen Haushalt der EU fließen, sondern genutzt werden, um einen Krisenfonds zu füllen. Einzelbetrieblich ist eine Mengensteuerung ebenso zu hinterfragen, bei neuen Investitionen ist die Auslastung dieser immens wichtig. Und leerer Stellplatz lässt sich nicht für andere Produkte nutzen. Für die Rentabilität der Milchproduktion ist ein anderer Punkt viel entscheidender: neue und kostenintensive Forderungen der Politik hinsichtlich Tierwohl, Umweltschutz etc. verteuern unsere Produktion. Hier gilt es zu kämpfen, damit wir die Kostenerhöhungen ausgeglichen bekommen. Es kann selbstverständlich nicht damit einhergehen, dass Produkte auf unserem heimischen Markt verkauft werden, welche unter Bedingungen produziert werden, die bei uns nicht erlaubt sind.
Selbstverständlich muss weiter Druck gemacht werden, damit die Aufsichtsbehörden die ungleiche Marktmacht beim Einkauf von Milchprodukten durch den LEH endlich beleuchten. Da die Verbraucherpreise von der Stärke des LEH profitieren, bleibt dies wohl ein frommer Wunsch.
In der Hoffnung auf sich stabilisierende Verhältnisse in der Gastro- und Hotelbranche und schnelle Öffnung der Grenzen, bleibt es die Aufgabe in guten Zeiten mit den Molkereien Preis- /Mengenmodelle zu entwickeln, welche in allen Marktlagen Chancen eröffnen und Risiken minimieren. Spätestens jetzt sollten die Molkereien erkennen, dass wir bei Problemen im gleichen Boot sitzen.
Seien Sie optimistisch und kämpfen Sie mit uns gegen Bürokratiewahn, Überregulierung und fachlichen Blödsinn, vor allem in einer Zeit, in der man noch nicht mal weiß bzw. erkennen kann, ob ein Gaststättenbesuch mit Berufskollegen aus verschiedenen Bundesländern erlaubt ist – oder in welchem der Bundesländer dies erlaubt ist.

Ihr Maik Bilke
Vizepräsident

Blick ins Heft:

Lösungen für den Milchmarkt finden

Viele Milchviehhalter blicken derzeit mit erheblicher Sorge auf die Entwicklungen am Milchmarkt in Deutschland und Europa. Durch verschiedene Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie-Eindämmung sind Absatzwege für Milchprodukte zeitweise weggebrochen, durch das Schließen von Gastronomie und Großküchen fehlen Abnehmer. Anderseits gab es Hamsterkäufe im Einzelhandel, etwa bei H-Milch und Butter. Das Verbraucherverhalten hat sich, begründet durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, in Teilen drastisch verändert. Dies hat dazu geführt, dass der bereits sehr angespannte Milchmarkt weiter unter Druck gerät und dieser Druck landet erfahrungsgemäß erlösmäßig bei den Milchviehhaltern.

Um dauerhafte Verwerfungen im Milchmarkt möglichst gering zu halten, müssen bestehende Lieferketten unbedingt bestehen bleiben. Aufgrund der grenzwertigen Erzeugerpreise für Milchviehhalter, würden Strukturbrüche aufseiten der Erzeuger irreparabel sein. Es gilt daher sich anzupassen und Wege zu finden, die Lasten auf alle Schultern zu verteilen und nicht immer weiter durchzureichen. Keine Lösung wird es sein, wenn als einziger Weg eine EU-weite Mengenreduktion verfolgt wird, egal ob verpflichtend oder freiwillig. Es müssen maßgeschneiderte Lösungen gefunden werden, die sowohl die aktuelle Verbrauchssituation besser berücksichtigen als auch den Im- und Export weiter sichern.

Was funktionieren kann, ist eine Mengenplanung und -steuerung auf Ebene der aufnehmenden Hand, also der Molkereien. An dieser Stelle können mit den Milchviehhaltern verbindliche und regulierende Lösungen gefunden werden, unter Berücksichtigung der Marktsituation. Die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür sind gegeben. In Verbindung mit einem geförderten Ausbau von Lagerkapazitäten könnte der Markt deutlich stabilisiert werden. Baut der Privatsektor Lagerkapazitäten aus, nutzt das der gesamten Produktionskette, um Schwankungen im Markt abzufangen. Dabei ist die Politik gefragt, hier einen nachhaltigen Ansatz zu fördern.

Milch für alle in Görzig

Unter dem Motto „Milch für alle!“ begann für rund 80 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Görzig die große Pause am 18. Oktober anders als gewohnt. Der gesamte Schulhof war umgestaltet, die Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt, Radio Brocken, Edeka und Schäfers haben ein großes und gesundes Frühstück aufgetischt, natürlich mit viel Milch. Neben Essen und Trinken gab es für die Grundschüler auch ein kleines Mitmachprogramm samt Quiz. Schirmherrin der Aktion ist Sachsen-Anhalts Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU), die sich bei der Verteilung gleich selbst einbrachte. „Milch für alle!“, als regionales Projekt für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt, wird von den LandFrauen, dem Bauernverband sowie dem MULE unterstützt.

Für die Kinder war es eine ganz besondere Hofpause mit Spaß, Spannung sowie viel frischer Milch direkt vom Bauern. Die Freude wurde noch größer, als die Lehrer im gemeinsamen Quiz „aus Versehen“ verloren haben. Die Aktion in Görzig war die Auftaktveranstaltung, Radio Brocken lost seitdem immer mehr Schulen aus, bei denen ebenso ein großes und gesundes Frühstück spendiert wird.

Die Grundschule Görzig ist eine Umweltschule, das heißt auf Aspekte wie eine gesunde Ernährung wird besonderer Wert gelegt. Ebenso wird die Landwirtschaft der Umgebung im Zuge des Projektes „Grünes Klassenzimmer“ regelmäßig besucht.

Ein ganzer Stall voller Angebote – Kärcher Herbstaktion 2017

Unter diesem Motto startete am 1.9.2017 die Kärcher-Bauernverbandsaktion 2017.
Exklusiv für die Mitglieder der Bauern- und Winzerverbände bietet Kärcher Reinigungsgeräte speziell für den landwirtschaftlichen Einsatz zu attraktiven Sonderkonditionen an.

■ Handliche Kaltwasser-Hochdruckreiniger
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Solange Vorrat reicht!
Bestellformular: 2017-Bestellformular.pdf
Datenblätter:
Kaercher_HD_9_18-4_Cage_Farmer_Datenblatt.pdf
Kaercher_HD_10_21-4_S_Plus_Datenblatt.pdf
Kaercher_HD_10_21-4_SX_Plus_Datenblatt.pdf
Kaercher_HD_16_15-4_Cage_Plus_Datenblatt.pdf
Kaercher_HD_20_15-4_Cage_Plus_Datenblatt.pdf
Kaercher_HD_25_15-4_Cage_Plus_Datenblatt.pdf
Kaercher_HDS_11_18-4_S_Classic_Datenblatt.pdf
Kaercher_HDS_11_18-4_S_Classic_mit_Schlauchtrommel__Datenblatt.pdf
Kaercher_NT_40_1_Ap_Agri_mit_Schlepper-Set_Datenblatt.pdf

Preiskrise in der Nutztierhaltung noch nicht überwunden

Mit den gestiegenen Auszahlungspreisen für Schlachtschweine oder Milch ist die tiefe Preiskrise in der Nutztierhaltung aus den vergangenen zwei Jahren keinesfalls überwunden. „Zwar sind derzeit die Erlöse in der Milchviehhaltung und der Schweinemast für die meisten Betriebe kostendeckend, doch reicht das nicht aus, um die angehäuften Verbindlichkeiten zügig zu tilgen und zurückgestellte oder die politisch erzwungenen Investitionen zu finanzieren“, erklärt Torsten Wagner, 1. Vizepräsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. im Rahmen der Erntepressekonferenz am 25. August in Hedersleben. Weiterlesen

Kärcher-Sonderaktion für Mitglieder

Im Rahmen der im Februar startenden Sonderaktion können Mitgliedern der Winzer- und Bauernverbände sechs unterschiedliche Kärcher Aktionsgeräte zu exklusiven Sonderpreisen erwerben. Zwei neue Allrounder ergänzen das diesjährige Angebot an Aktionsgeräten: der Kaltwasser-Hochdruckreiniger HD 8/18-4 M Cage Plus Farmer und der Nass-/Trockensauger NT 65/2 Ap Tc Farmer. Zusätzlich erhalten Mitglieder im Bauernverband bei Online-Registrierung bis 6 Wochen nach Kauf eine zusätzliche Garantieverlängerung von 12 auf 24 Monate!

Bestellformular: Bestellformular.pdf
Datenblätter:
HD_8_18_M_Cage_Farmer_PI_DE_2018.pdf
HD_9_18_4_Cage_Farmer_PI_DE_2018.pdf
HD_17_14-4_S_Plus_Farmer_PI_DE_2018.pdf
HD_17_14-4_SX_Plus_Farmer_PI_DE_2018.pdf
HD_20_15-4_Cage_Plus_Farmer_PI_DE_2018.pdf
HDS_9_17_4_C_Farmer_PI_DE_2018.pdf
NT_65_2_Ap_Tc_de_KVD.pdf

* Preise in EURO inkl. MwSt. Nicht kombinierbar mit anderen Aktionen entsprechender Produkte. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Angebote gültig ab 01.02.2018, solange Vorrat reicht.

Hilfspaket für Milchviehhalter wird keine breite Wirkung entfalten

eutergesundheitDas Hilfspaket der EU für Milchviehhalter wird zu keiner spürbaren Verbesserung der desaströsen Marktsituation für Milchviehhalter führen. Zwar kommt die Politik Forderungen des Berufsstandes nach Finanzhilfen entgegen, jedoch wird das Maßnahmepaket keine nachhaltige Wirkung entfalten. Weiterlesen

Milchviehhalter erwarten nachhaltige Krisenlösung

milchforum2016Zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Nach der Krise ist vor der Krise – wie machen wir mit der Milch weiter?“ hatte der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. Mitglieder und Interessierte am 16. Juni 2016 nach Bernburg in die Mensa der Hochschule Anhalt eingeladen. Im Podium stellten sich die Vertreter des Bauernverbandes, der Milchindustrie, der Landwirtschaftlichen Rentenbank und des Landwirtschaftsministeriums den kritischen Fragen der Landwirte, um Wege aus dem Preistal, aber auch nachhaltige Lösungen zur Vermeidung künftiger Krisen zu diskutieren. Weiterlesen

Beschlüsse des Milchgipfels führen keine positive Wende herbei

eutergesundheitDie Beschlüsse des heutigen Milchgipfels werden zu keiner positiven Wende bei den milchviehhaltenden Betrieben führen. Zwar gibt es das Bekenntnis von Bundesminister Christian Schmidt, Forderungen des Berufsstandes nach Finanzhilfen, Bürgschaften und steuerlichen Entlastungen zu erfüllen. Doch reicht die Höhe der in Aussicht gestellten Mittel bei weitem nicht aus, um die angespannte Situation bei den Milcherzeugern zu lösen. Weiterlesen

Betrieblichen Ausstieg aus der Nutztierhaltung sozialverträglich gestalten

kuhstallDer Fachausschuss Milch des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V. hat in seiner Sitzung am 31. März 2016 über die belastende Situation in den milchviehhaltenden Betrieben beraten. Weiterlesen