Berliner Erklärung gegen Kappung und Degression

Die Ost-Agrarminister und Ost-Bauernverbände haben sich am Sonntagabend (18. Januar), im Rahmen der Grünen Woche, gegen die geplante Kappung und Degression der Agrarförderung ausgesprochen. In einer gemeinsamen „Berliner Erklärung“ heißt es dazu: Die Ansätze zur Kappung und Degression ignorieren Arbeitskräfteeinsatz, Wertschöpfung, regionale Verantwortung und Beschäftigungswirkung und führen insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern zu einer systematischen Benachteiligung leistungsfähiger Betriebe.

Die von der EU geplanten Instrumente benachteiligen die historisch gewachsenen Strukturen in Ostdeutschland und gefährden diese damit in ihrem Bestand. Diese Betriebe sind in den ostdeutschen Bundesländern jedoch die größten Flächenbewirtschafter sowie Tierhalter und damit ganz wesentliche Akteure in der Produktion hochwertiger Nahrungsmittel und für den Erhalt der Kulturlandschaften und des ländlichen Raums.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt, fordert: „In der GAP dürfen die landwirtschaftlichen Strukturen im Osten Deutschlands nicht benachteiligt werden. Verbände und Ministerien lehnen Kappung und Degression klar ab! Wir fordern eine starke 1. Säule, mehr Anreize und mehr Flexibilität.“

Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und Landwirtschaftsminister Sven Schulze betont in einer Pressemitteilung: „Im Bereich der Einkommensgrundstützung würde das Land nach derzeitigem Stand rund 40 Prozent der Mittel verlieren. Von der geplanten Degression wären in Sachsen-Anhalt rund die Hälfte unserer Betriebe und fast 95 Prozent der verfügbaren landwirtschaftlichen Fläche betroffen. Brüssel muss verstehen, dass wir das nicht hinnehmen werden. Die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 muss Einkommen sichern, Wettbewerbsfähigkeit erhalten und dabei die realen Strukturen unserer Landwirtschaft anerkennen. Kappung, Degression und Bedürftigkeitsprüfungen lehnen wir entschieden ab. Jeder Hektar muss gleich viel wert sein. Wer leistungsfähige Betriebe schwächt, gefährdet Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Stabilität im ländlichen Raum.“

Link zur „Berliner Erklärung“

Landwirtschaft erfordert Wirtschaftlichkeit!

Jahresauftakt-Pressekonferenz 2026 des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. hat bei seiner Pressekonferenz am 14. Januar 2026 die wirtschaftliche Lage in den Mittelpunkt gestellt. Hohe Betriebsmittelkosten, steigende Löhne und höhere Finanzierungskosten treffen die landwirtschaftlichen Betriebe. Aus Sicht des Verbandes braucht es politische Entscheidungen, die bessere Planungssicherheit schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit deutlich stärken.

„Entscheidend ist, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Betriebe positiv entwickeln. Wenn Kosten weiter steigen, geraten Investitionen, Betriebsnachfolge und am Ende auch die Versorgungssicherheit unter Druck. Deshalb müssen politische Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Produktion stärken“, sagt Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Der Verband begrüßt, dass die Bundesregierung die Agrarpolitik im vergangenen Jahr neu ausgerichtet hat und erste Verbesserungen umgesetzt wurden, etwa durch die Weiterführung des Agrardiesels und die Abschaffung der Stoffstrombilanz. Gleichzeitig bleibt der finanzielle Spielraum begrenzt und der nötige Abbau von Bürokratie stockt weiterhin: Der Vorstand verwies auf die anhaltend hohe Belastung durch relativ teure Betriebsmittel wie Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut und Futtermittel. Energiepreise wirken auf alle Arbeitsschritte, zugleich steigen Lohnkosten. Viele Kosten sind kurzfristig kaum beeinflussbar. Das bremst Investitionen und erhöht das Risiko in den Betrieben.

Weitere Themen waren die wirtschaftliche Situation in der Tierhaltung, die Entwicklungen in den Bereichen Pflanzenschutz und Düngung, das Thema Wolf sowie der Generationswechsel in der Landwirtschaft.

 

Kein Preiskampf mit Lebensmitteln!

Der starke Preisrutsch bei Butter im Lebensmitteleinzelhandel sorgt bundesweit für Kritik aus der Landwirtschaft. Der Deutsche Bauernverband hat die erneuten Preissenkungsrunden bei Markenbutter Anfang Dezember 2025 als schlichtweg inakzeptabel bewertet. Nach Auffassung des DBV wird Butter zum Lockangebot gemacht, um die Kunden für das Weihnachtsgeschäft zu locken. Das setze die gesamte Wertschöpfungskette unter Druck und widerspricht zudem den Forderungen nach mehr Tierwohl.

In diesem Zusammenhang steht auch eine Anfrage an das Bundeskartellamt. Der Bayerische Bauernverband will die aktuellen Butterpreise vom Bundeskartellamt überprüfen lassen. Bereits im November hat der Sonderbericht der Monopolkommission zur Wettbewerbssituation in der Lebensmittellieferkette und die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und in Teilen der Nahrungsmittelindustrie kritisiert. „Die Macht des Lebensmitteleinzelhandels und teilweise der Hersteller ist zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich gestiegen, während die Landwirtschaft oft den Weltmarktrisiken ausgesetzt ist“, erklärt Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission. Der Bauernverband sieht darin einen klaren Auftrag an die Politik, die Position der landwirtschaftlichen Betriebe in der Kette zu stärken und faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern. Der DBV spricht sich dabei unter anderem für eine wirksame Aufsicht in der Lebensmittellieferkette aus.

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt hat sich in diesem Zusammenhang u.a. im MDR geäußert.
Bauernpräsident Olaf Feuerborn im Interview

EUDR: Trologeinigung bei EU-Entwaldungsverordnung

Am Abend des 04.12.2025 haben EU-Kommission, Rat und EU-Parlament eine Einigung für eine Verschiebung und eine gezielte Revision der Verordnung zu entwaldungsfreien Produkten (EUDR) erzielt.

Kernpunkt ist die Vereinfachung des Sorgfaltspflichtverfahrens, sodass zukünftig eine Sorgfaltspflichten-Erklärung ausschließlich von Unternehmen getätigt werden muss, die Produkte erstmals auf den EU-Markt bringen. Nachgelagerte Bereiche sind dazu verpflichtet, die Referenznummer dieser Erklärung zu speichern, müssen diese jedoch nicht weitergeben. Für Klein- und Kleinstbetriebe wird die Pflicht auf eine einmalige vereinfachte Erklärung reduziert, sodass diese eine eindeutige Kennung erhalten, welche für die Rückverfolgbarkeit ausreicht. Zudem wird die Anwendung der Verordnung um ein weiteres Jahr verschoben. Demnach gilt die EUDR für alle Unternehmen erst ab dem 30.12.2026 und Kein- und Kleinstbetriebe erhalten einen zusätzlichen sechsmonatigen Zeitpuffer.

Weiterhin soll die Europäische Kommission bis zum 30. April 2026 einen Bericht zur weiteren Vereinfachung und möglicher Gesetzesvorschläge vorlegen. Das Ergebnis der Trilogeinigung muss nun Rat und EU-Parlament formell angenommen werden, bevor die Verschiebung in Kraft treten kann und somit die bisherige EUDR ersetzt.

Die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet, begrüßte die Verschiebung und die Prüfung substanzieller Vereinfachungen: „Diese Verschiebung war notwendig, denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Der globale Waldschutz ist ein unterstützenswertes Ziel, er darf aber nicht zum bürokratischen Mühlstein für die Land- und Forstwirte in Deutschland werden."

Henriette Krause

Agrardiesel ab 2026 wieder in ursprünglicher Höhe

Die teilweise Rückerstattung der Energiesteuer auf Diesel ist für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtinnen und Landwirte weiterhin von großer Bedeutung. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung die Agrardiesel-Rückvergütung wieder herstellt. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten land- und forstwirtschaftliche Betriebe erneut 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück. Das schafft Planungssicherheit und entlastet die Betriebe spürbar.

Deutschland zählt im EU-Vergleich zu den Standorten mit hohen Produktionskosten, u.a. bei Kraftstoffen, Energie und Löhnen. Die Agrardiesel-Rückvergütung mildert diese Nachteile und stärkt die heimische Erzeugung. Der Schritt setzt die jüngsten Ankündigungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums um und korrigiert die zuvor beschlossenen Kürzungen.

Der Berufsstand hat sich dafür mit Nachdruck eingesetzt. Die Bauernverbände begrüßen die Entscheidung ausdrücklich: Sie werten die Rückkehr zur vollen Rückvergütung als einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zu stabilen, regionalen Wertschöpfungsketten. Konkrete Berechnungen zeigen: Die Maßnahme entspricht einer Entlastung in Höhe von 21,48 Cent je Liter – je nach Dieselverbrauch summiert sich das zu erheblichen Beträgen in den Betrieben.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Die Agrardiesel-Rückvergütung ist keine „Subvention“ im klassischen Sinn, sondern ein steuerlicher Ausgleichsmechanismus für spezifische Rahmenbedingungen der Land- und Forstwirtschaft. Diese Differenzierung ist in der öffentlichen Debatte zentral.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, begrüßt sehr, dass die Abgeordneten im Deutschen Bundestag für die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung stimmen: „Die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ist ein Erfolg unseres gesamten Berufsstandes. Gemeinsam haben wir demonstriert, als Verband sind wir politisch drangeblieben und haben mit guten Argumenten überzeugt. Dies ist ein wichtiger Schritt, die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft im europäischen Binnenmarkt zu stärken. Dabei darf es aber nicht bleiben. Nun müssen zügig weitere steuerliche Entlastungsmaßnahmen und Regelungen zur Stärkung des einzelbetrieblichen Risikomanagements auf den Weg gebracht werden. Hierzu gehört beispielsweise die Einführung einer Risikorücklage sowie eine wirksame Entbürokratisierungsinitiative für die Landwirtschaft zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.“

"Heimat-Gespräch" in der Börde

In der Magdeburger Börde besuchte Bundesminister Alois Rainer das Landwirtschaftsunternehmen Bördegrün GmbH und informierte sich über die vielfältigen Tätigkeitsfelder: von Pflanzenproduktion und Mutterkuhhaltung über Schul- und Kitaessen bis hin zu innovativen Naturschutzmaßnahmen. Gemeinsam mit anderen Betrieben engagiert man sich in einem kooperativen Ansatz für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft, koordiniert durch die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt, erläuterte Geschäftsführer Urban Jülich. Maßnahmen sind u.a. Ackerwildkräuterstreifen und höhere Stoppelfelder. Mit Kooperationen kann man im Bereich Biodiversität tatsächlich messbare Ergebnisse liefern, ohne die Betriebe mit pauschalen Restriktionen einzuschränken.

Die Strukturen im Osten der Bundesrepublik sind ganz andere, als in seiner bayerischen Heimat, so der Landwirtschaftsminister. Die Vielfalt in der Landschaft und Landwirtschaft ist ein hohes Gut. Es sei für ihn ein Privileg, dass er bundesweit so viele unterschiedliche Betriebe und Menschen kennenlernen dürfe. Was er überall vorfindet: Menschen, die sich gemeinsam für eine gute Gemeinschaft einsetzen, für Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Vor Ort wird anschaulich bewiesen, wie sich intensive landwirtschaftliche Nutzung und Umweltschutz verbinden lassen.

Hintergrund: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer besucht in der Reihe "Heimat-Gespräche" vor Ort Unternehmen, Bürgermeistern, ehrenamtlich Engagierten u.ä., um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Region aktiv mitgestalten.

Dr. Jens Birger von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt erklärt, wie kooperative Naturschutzmaßnahmen in der Praxis umgesetzt werden.

Dr. Jens Birger von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt erklärt, wie kooperative Naturschutzmaßnahmen in der Praxis umgesetzt werden.

Landwirtschaft zum Anfassen

Im Rahmen des Projekts „Beruf – Perspektive – Dorf“ fand mit der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule „A. S. Puschkin“ in Oschersleben am 7. Oktober 2025 die erste praktische Einheit statt. Besucht wurde der Landwirtschaftsbetrieb „Semundo Agrar Urban Jülich“ in Hadmersleben, betreut wurde der Projekttag betrieblich von Manuel Schmolke und Babette Jülich, die den Schülerinnen und Schülern Landwirtschaft zum Anfassen und Schmecken boten.

Die verschiedenen Stationen wurden über eine Fahrt mit dem Kremser erreicht. Für die Schülerinnen und Schüler war das ein tolles Erlebnis. Direkt am Feld konnten Zuckerrüben begutachtet und auch gekostet werden. Auf dem Kartoffelacker durften die Schülerinnen und Schüler Kartoffeln stoppeln, was für viel Spaß und volle Beutel sorgte. Zum Schluss konnten noch die Galloway-Rinder bestaunt werden. Über alle Stationen hinweg wurde den Schülerinnen und Schülern vermittelt, wie viel Wissen, Arbeit und Sorgfalt in die landwirtschaftliche Produktion einfließen, um regionale und wertvolle Lebensmittel zu produzieren.

Mehr Informationen zu dem Projekt unter: https://www.bauernverband-st.de/gremien-und-verbandsarbeit/leader-projekte/

Präsidiumssitzung in Oschersleben

Das Präsidium des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt tagte am 25. September 2025 in der Motorsport Arena Oschersleben. Zu Gast waren u. a. Steffen Pingen (Deutscher Bauernverband), Staatssekretär Dr. Steffen Eichner sowie Dr. Lothar Hövelmann (DLG). Im Mittelpunkt standen praxistaugliche Naturschutzpolitik, das „Forderungspapier des Präsidiums zur Landtagswahl 2026“ sowie Einordnungen zu Düngerecht, Naturwiederherstellung, Umweltgenehmigungen, TA Luft und Wassergesetz. Einen ausführlichen Bericht finden Sie im Oktober-Informationsheft.

Steffen Pingen (Deutscher Bauernverband) Staatssekretär Dr. Steffen Eichner (links), Abeitlungsleiter Dr. Ekkehard Wallbaum Dr. Lothar Hövelmann (DLG) Die Teilnehmer in der Diskussion.

„Dorf macht Schule“ – Ein Projekt zwischen Klassenzimmer und Bauernhof

Die Initiative „Dorf macht Schule“ verfolgt das Ziel, Kindern den ländlichen Raum auf vielfältige Weise näherzubringen – sowohl im Klassenzimmer durch theoretische Inhalte als auch durch praktische Erfahrungen auf landwirtschaftlichen Betrieben. So entsteht ein Lernumfeld, das Theorie und Praxis sinnvoll verknüpft und Kindern echte Bezüge zu ihrem Lebensumfeld bietet.

Die LAG Harz und die Agrardienste Sachsen-Anhalt sprechen mit ihren Projekten vor allem Schülerinnen und Schüler der fünften und sechsten Klasse an. Die ersten Einheiten wurden bereits mit einer fünften Klasse der Thomas-Müntzer-Schule in Wernigerode durchgeführt. Dabei erhielten die Klassen 5a und 5b verschiedene Aufgaben zu den Landkreisen in Sachsen-Anhalt und deren landwirtschaftlichen Erzeugnissen, wodurch sie sich einen ersten Überblick verschaffen konnten. Aber auch spezifische Themen wurden thematisiert, wie der einfach dargestellte Aufbau einer Rundballenpresse, damit die Schüler das Thema im nachfolgenden Besuch besser verknüpfen und aufgreifen können.

Im Rahmen der zweiten Projekteinheit besuchten die Schülerinnen und Schüler den Brockenbauer Thielecke in Tanne. Zuerst ging es auf Entdeckungstour über den Hof – dort lernten die Kinder den Alltag eines Landwirts hautnah kennen. Das große Interesse der Schülerinnen und Schüler zeigte sich in ihrer aktiven Beteiligung und den vielen gestellten Fragen. Beim Rundgang über den Hof wurde die Rundballenpresse praxisnah erklärt. Die Schüler durften selbst Hand anlegen und einen Heuballen rollen. So bekamen sie ein Gefühl für das tatsächliche Gewicht und die Größe. Auch das Streicheln von den Ziegen, Rindern oder Kälbern war ein Highlight für die Schüler.

Im Anschluss wurde dazu ein Arbeitsblatt beantwortet. Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der Tierhaltung – insbesondere von Rindern und Schweinen – sowie mit grundlegenden Themen rund um landwirtschaftliche Betriebe auseinander. So wurde beispielsweise die Frage thematisiert: ‚Wie viele Menschen ernährt ein Landwirt heute im Durchschnitt?‘.

Weiterhin sind im Rahmen der LEADER-Projekte weitere praktische Einheiten geplant, um den Schülern den ländlichen Raum näherzubringen und um die Landwirtschaft als abwechslungsreichen Wirtschaftszweig hautnah erleben zu können.

Der MDR begleitete den Unterrichtstag auf dem Bauernhof. Weitere Informationen rund um den Beitrag finden Sie hier.

Mit dem Projekt "Dorf macht Schule" werden Schülerinnen und Schüler Einblicke an regionale Wirtschaftskreisläufe herangeführt. Tierhaltung ist auf dem Hof der Familie Thielecke der betriebliche Dreh- und Angelpunkt. Chef Uwe Thielecke erklärt den Kindern die (technische) Welt der Landwirtschaft.

GAP ab 2028: „Ein Schlag ins Gesicht“

Gemeinsame Pressemitteilung der ostdeutschen Bauernverbände zu den vorgestellten EU-Plänen zum Mehrjährigen Finanzrahmen.

„Ein Schlag ins Gesicht“ - Bauernverbände der ostdeutschen Bundesländer kritisieren EU-Pläne zum Mehrjährigen Finanzrahmen scharf

EU-Vorschläge befeuern Betriebsaufgaben, zerstören Arbeitsplätze, gefährden die Ernährungssicherheit und zerstören Vertrauen in die Politik.

„Das ist nicht nur eine klare Absage an eine zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik, es ist eine Kampfansage an ein geeintes Europa – ein fatales Signal“, sagt Karsten Trunk, Präsident des Bauernverbandes MV in Bezug auf die Vorschläge der EU-Kommission zum Mehrjährigen Finanzrahmen und der GAP. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen heute bekannt gab, soll es ab 2028 kein eigenständiges Agrarbudget wie in der bisherigen Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) mehr geben. Stattdessen sollen die Mittel in einem großen europäischen Fonds aufgehen, der neben der Landwirtschaft auch andere Felder wie Verteidigungsausgaben oder Emissionshandel abdeckt.

Neben vielen neuen Ideen soll künftig nur noch der Landwirtschaftsbetrieb Fördermittel erhalten, der „bedürftig ist.“ Sven Borchert, Vizepräsident des Bauernverbands Sachsen-Anhalt, hält das für grundlegend falsch: „Die GAP ist keine Sozialpolitik, sondern ein Ausgleich für Wettbewerbsnachteile. Dass die Kommission willkürlich Kriterien festsetzt, wer bedürftig ist und wer nicht, gleicht einem Schildbürgerstreich: einerseits die Betriebe an die finanzielle Belastungsgrenze treiben und dann gönnerhaft festlegen, wer in der Gunst der Kommission steht und wer nicht. So zerstört die Kommission unsere Branche.“ 

Von einem „Schlag ins Gesicht“ spricht Thomas Thiele vom Sächsischen Landesbauernverband mit Blick auf die Begrenzung und Kürzung von Fördermitteln ab bestimmt Höhen: „Es ist völlig unverständlich, dass die Europäische Kommission, die Professionalisierung des Berufsstandes so hart angreift. Nirgendwo mussten nach der deutschen Einheit Betriebe so kraftvoll und mühsam aufgebaut wie bei uns in Ostdeutschland. Nun macht uns die Kommission einen Strich durch die Rechnung und streicht Fördermittel, die nach richtiger Berechnung bei den Betrieben ankommen müsste.“ 

„Die ländlichen Räume sind unser Rückgrat. Mit der Kürzung, Umgestaltung und Streichung schwächt die Kommission bewusst und mit Kalkül diese Bereiche. Es ist eine weitere Abwertung der ländlichen Bevölkerung gegenüber der Stadtbevölkerung. Die Kommission bringt klar zu Ausdruck: Wir wollen euch nicht die Rahmenbedingungen schaffen, die nötig sind, um den ländlichen Raum konstant weiterzuentwickeln. Die Landwirtschaft ist Teil der ländlichen Räume und nicht zuletzt auf deren Attraktivität für Arbeitskräfte angewiesen. Daher muss die Kommission ihre Vorschläge zurück zum aktuellen System verändern, da dieses berechenbar und planbar ist,“ findet der Präsident des Thüringer Bauernverbands, Dr. Klaus Wagner.

„Die Ernährungssicherung für unsere Menschen soll mit den Vorschlägen künftig nur noch eine Randnotiz sein. Mit der Abkehr von einer solide gestalteten Betriebsförderung befürchte ich den Verlust der flächendeckenden Landwirtschaft und zahlreicher Arbeitsplätze in den Dörfern. Deutschland ist im Vergleich mit anderen Regionen in der Welt noch ein Gunststandort für die Lebensmittelproduktion. Es ist unerklärlich, warum die Kommission dem Hunger jetzt Vorschub leisten will und es ihr nicht um die Unterstützung heimischer Landwirtschaftsbetriebe geht. Wir wollen eine GAP, die uns auf unserem Weg unterstützt und nicht den Boden unter Füßen wegzieht,“ warnt LBV Brandenburg Präsident Henrik Wendorff.

Wir alle wollen sichere, gesunde und nachhaltige Lebensmittel von hoher Qualität. Wir wollen und wir brauchen gerade in diesen unsicheren Zeiten eine sichere und strategisch aufgestellte Lebensmittelversorgung in der EU. Damit die Landwirtinnen und Landwirte das leisten können, brauchen sie ausreichende Mittel aus einem separaten EU-Agrarfonds, Direktzahlungen aus der ersten Säule ohne Kappung und Degression und eine starke Honorierung von Agrarumwelt- und Klimaleistungen und Förderung des ländlichen Raums. „Wir brauchen eine gemeinsame europäische Agrarpolitik, die ihrem Namen gerecht wird!“, so die Landesbauernverbände.

 

Präsident Olaf Feuerborn
Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.

Präsident Torsten Krawczyk
Sächsischer Landesbauernverband e.V.

Präsident Karsten Trunk
Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Präsident Henrik Wendorff
Landesbauernverband Brandenburg e.V.

Präsident Dr. Klaus Wagner
Thüringer Bauernverband e.V.

 

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