Ein Jahr Bundesregierung

Ein Jahr nach Amtsantritt der Bundesregierung sind Schritte in Richtung Entlastung für die Landwirtschaft zu erkennen. Die Abschaffung der Stoffstrombilanz, die Reduzierung von Meldepflichten, die Wiedereinführung der Agrardieselrückerstattung sowie die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht zeigen, dass Forderungen aus dem ländlichen Raum gesehen werden. Doch die umgesetzten Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um die existentiellen Herausforderungen der Betriebe zu bewältigen. Steigende Kosten durch Energie und Mindestlohn bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen belasten die Landwirtschaft massiv. Bürokratieabbau und Investitionsanreize müssen konsequenter umgesetzt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Ernährungssicherheit langfristig zu garantieren.

Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., bewertet: „Die Bundesregierung ist gefordert, ihre angekündigten Reformen mutiger voranzutreiben. Nur mit klaren Rahmenbedingungen, verlässlicher Finanzierung und mehr Vertrauen in die Arbeit der Landwirte können die drängenden Aufgaben gemeinsam bewältigt werden – von Versorgungssicherheit über Tierwohl bis hin zu Klima- und Umweltschutz. Es braucht Geschlossenheit und mehr Taten statt Worte.“

Die unterschiedlichen globalen Verwerfungen der vergangenen Jahre waren in Art und Umfang kaum vorhersehbar. Wie es Aufgabe der Unternehmen ist, ihre Geschäftstätigkeiten stetig anzupassen und weiterzuentwickeln, ist es Aufgabe der Bundesregierung, im In- und Ausland gute Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft zu gestalten. Genau das fordert besonders die Wirtschaft im ländlichen Raum.