Archiv für das Monat: April, 2026
Foren und Rabatte zur agra-Messe 2026
/in Verbandsnachrichten/von Erik HechtVom 9. bis 12. April 2026 wird die Neue Messe Leipzig erneut zu einem wichtigen Treffpunkt für Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und ländlichen Raum. Die agra verbindet fachliche Ausstellung, praktische Einblicke und agrarpolitischen Austausch. Gerade die drei agrarpolitischen Foren zeigen, dass die Messe mehr ist als eine Technik- und Leistungsschau: Sie bietet Raum für Standortbestimmung, Zukunftsfragen und die direkte Diskussion zwischen Branche, Politik und Wirtschaft.
Am Donnerstag, 9. April 2026, von 14:00 bis 15:30 Uhr findet auf der Mehrzweckfläche 4, Ebene 0, im CCL das Forum „Die Europäische Agrarpolitik heute und morgen gemeinsam wettbewerbsfähig, produktiv und widerstandsfähig gestalten“ statt. Im Mittelpunkt stehen die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik, die Finanzierung landwirtschaftlicher Entwicklung, Fragen der Wettbewerbsfähigkeit sowie die künftige Ausrichtung der europäischen Landwirtschaft. Mit:
- Christophe Hansen, EU-Agrarkommissar
- Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes
- Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Bauernverbandes und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes
- Dr. Anna Catharina Voges, Gesellschafterin der Saat Gut Plaußig Voges KG und Vizepräsidentin des DLG e. V.
- Antje Frehse, Ministerialdirigentin im Bundeslandwirtschaftsministerium (angefragt)
Am Freitag, 10. April 2026, von 13:00 bis 14:30 Uhr, folgt ebenfalls auf der Mehrzweckfläche 4, Ebene 0, im CCL das Forum „Ein Jahr nach der Bundestagswahl – eine Standortbestimmung“. Dabei geht es um die aktuelle Lage der Bundesagrarpolitik, um Perspektiven für die Betriebe sowie um zentrale Fragen von Einkommenssicherung, Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und Generationswechsel. Mit:
- Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin im BMLEH
- Karsten Schmal, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes
- Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt für die ostdeutschen Bauernverbände
- Lars Lindemann, Leiter Bereich Geschäftskunden der DKB
- Christian Teppe, Fachanwalt für Agrarrecht und Content Creator
Am Samstag, 11. April 2026, von 11:00 bis 12:30 Uhr, richtet sich auf der Mehrzweckfläche 4 der Blick auf die besonderen Bedingungen in Ost- und Mitteldeutschland. Das Forum „Entlastung für die Mitteldeutsche Landwirtschaft – gibt es konkrete Ansätze?“ thematisiert regionale Herausforderungen wie Kosten- und Wettbewerbsdruck, Betriebsstrukturen, Tierhaltung, Landkonzentration, Wasserverfügbarkeit, Klimaanpassung und Bürokratieabbau. Mit:
- Georg Ludwig von Breitenbuch, Staatsminister Sachsen
- Gerd Zender, Staatssekretär Sachsen-Anhalt
- Marcus Malsch, Staatssekretär Thüringen
- Dr. Klaus Wagner, Präsident des Bauernverbandes Thüringen für die ostdeutschen Bauernverbände
- Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank
Mitglieder des Bauernverbandes erhalten an der Tageskasse einen Rabatt auf ihr Ticket. Den benötigten Vordruck dafür finden Sie im Mitgliederportal: Rabatt für Mitglieder zur agra-Messe
Eine Übersicht der Aussteller sowie einen Lageplan finden Sie unter: https://www.agra-messe.de/besuchen/gelaendeuebersicht/
April-Kommentar im Informationsheft
/in Allgemein/von BVStLiebe Berufskolleginnen
und -kollegen, lieber Leser,
auf der agra in Leipzig wird im April sichtbar, wie viel Innovationskraft in der Landwirtschaft steckt. Moderne Landtechnik, digitale Anwendungen und intelligente Verfahren zeigen dort, wie stark sich der Ackerbau weiterentwickelt. Diese Fortschritte sind keine technische Spielerei. Sie sind eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass landwirtschaftliche Betriebe unter immer anspruchsvolleren Bedingungen auch künftig erfolgreich wirtschaften können.
Denn der Ackerbau steht durch Wetterextreme, längere Trockenphasen, neue Schädlingssituationen und veränderte Krankheitsverläufe vor großen Herausforderungen. Wir wollen gleichzeitig hochwertige Lebensmittel erzeugen, Umwelt und Ressourcen schonen und wirtschaftlich tragfähig bleiben. Dieser Anspruch ist berechtigt. Er kann aber nur erfüllt werden, wenn den Betrieben dafür auch die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung stehen. Das gilt besonders für den Pflanzenschutz. Gerade hier zeigt sich, wie weit politische Debatten und betriebliche Realität oft auseinanderliegen. Auf dem Feld entscheidet nicht ein allgemeines Leitbild über den Handlungsbedarf, sondern die konkrete Situation vor Ort. Jeder Standort ist anders. Boden, Witterung, Fruchtfolge, Krankheitsdruck und Schädlingsaufkommen unterscheiden sich erheblich. Deshalb brauchen Landwirtinnen und Landwirte Rahmenbedingungen, in denen sie auf Grundlage ihrer fachlichen Bewertung verantwortlich handeln können.
Pflanzenschutz ist kein Selbstzweck. Er dient dazu, Pflanzen gesund zu erhalten. Wer Kulturen vor Krankheiten, Schädlingen und Konkurrenz durch Unkräuter schützt, sichert nicht nur die Ernte, sondern schützt auch die Ressourcen, die zuvor in den Bestand investiert wurden. Saatgut, Düngung, Arbeit, Energie und Wasser verlieren ihren Wert, wenn Erträge am Ende nicht abgesichert werden können. Umso problematischer ist es, dass das Instrumentarium im Pflanzenschutz so eingeschränkt ist. Viele Betriebe erleben, dass Wirkstoffe wegfallen und der Handlungsspielraum kleiner wird, während die Risiken im Ackerbau eher zunehmen. Gerade in solchen Situationen braucht es keine pauschalen Vorgaben, sondern praxistaugliche Regeln, die die Fachlichkeit in den Betrieben ernst nehmen.
Weiter gefasste Rahmenbedingungen bedeuten dabei nicht weniger Verantwortung. Sie bedeuten, dass Entscheidungen dort getroffen werden können, wo das Schadgeschehen tatsächlich sichtbar wird: auf dem Feld. Landwirtinnen und Landwirte kennen ihre Flächen, ihre Kulturen und ihre örtlichen Bedingungen. Sie müssen deshalb die Möglichkeit behalten, auf konkrete Entwicklungen angemessen zu reagieren, wenn dies fachlich notwendig ist.
Natürlich liegt die Zukunft nicht allein im klassischen Pflanzenschutz. Neue Sorten, präzisere Technik, Sensorik, Digitalisierung und teilflächenspezifische Anwendungen bieten große Chancen, Mittel gezielter und sparsamer einzusetzen. Genau darin liegt der richtige Weg: im Zusammenspiel von Innovation, Wissen und Praxiserfahrung. Aber diese Bausteine ergänzen den chemischen Pflanzenschutz, sie ersetzen ihn nicht.
Wer von der Landwirtschaft erwartet, dass sie produktiv, nachhaltig und widerstandsfähig arbeitet, muss ihr deshalb auch die passenden Mittel und den nötigen Handlungsspielraum zugestehen. Fortschritt braucht Innovation. Fortschritt braucht Fachlichkeit. Und Fortschritt braucht Vertrauen in diejenigen, die täglich auf dem Acker Verantwortung tragen.
Sven Borchert
1. Vizepräsident des
Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.
Blick ins Heft:
Das komplette Informationsheft finden Mitglieder in den kommenden Tagen in der Briefpost oder vorab im Mitgliederportal.
Schnellzugriff
Mitgliedschaft
Mitglieder und ihre Betriebe erhalten eine starke, gemeinsame Stimme in der Politik und darüber hinaus betriebliche Vorteile.
>> Mitglied werden
Kontakt
Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V.
Maxim-Gorki-Straße 13
39108 Magdeburg
info(at)bauernverband-st.de

