Die wirtschaftliche Lage der Schweinehalter in Deutschland ist dramatisch. „Die Marktlage ist so prekär, dass es für viele Betriebe ums nackte Überleben geht“, sagt der Veredelungspräsident des Deutschen Bauernverbandes, Hubertus Beringmeier, in eine Mitteilung des DBV
Aktuell decken die Preise nicht einmal die variablen Kosten. Die Gründe für diese Marktkrise liegen nicht bei den Betrieben, sondern in externen Faktoren: Verschlechterte Exportbedingungen, sinkende Nachfrage im Ausland sowie Antidumpingzölle und wachsender Wettbewerb durch Länder wie Brasilien belasten den Markt. Der DBV fordert von der Bundesregierung umgehende Maßnahmen, um den drohenden Strukturbruch in der Branche abzuwenden.
Zu den kurzfristigen Forderungen zählen:
Kurzfristige Bereitstellung staatlicher von Liquiditätshilfen, verlängerte Laufzeiten in Programmen der Landwirtschaftlichen Rentenbank
Forcierung der BMLEH-Maßnahmen zur Eröffnung neuer Märkte, insbesondere ein Regionalisierungsabkommen mit China
Weitere Forderungen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern:
Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage und Entfristung der Gewinnglättung, um Liquiditätsschwankungen besser abzufedern
Verschiebung der Umbaumaßnahmen für Deck- und Abferkelzentren an die EU-weiten Fristen (2. Quartal 2027)
Einführung einer verbindlichen Haltungs- und auch Herkunftskennzeichnung ab Geburt für die gesamte Wertschöpfungskette – einschließlich Verarbeitung, Handel und Außer-Haus-Verpflegung
https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2020/06/piglet-4133939_1920.jpg19201920Erik Hechthttps://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svgErik Hecht2026-08-12 09:39:232026-08-12 09:39:33DBV fordert Unterstützung für Schweinehalter in der Marktkrise
Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht in dem vorliegenden Referentenentwurf für das EEG 2027 einen wichtigen Schritt, um Planungssicherheit für den Ausbau erneuerbarer Energien zu schaffen. Die Landwirtschaft und der ländliche Raum waren von Anfang an zentrale Akteure der Energiewende, viele Betriebe haben in Photovoltaik-, Windenergie- und Biogasanlagen investiert und so maßgeblich zum Gelingen beigetragen. Der DBV betont jedoch, dass diese Vorreiter auch künftig verlässliche Perspektiven benötigen, um ihre Investitionsbereitschaft nicht durch zusätzliche Belastungen zu schwächen. Kritikpunkte des vorliegenden Entwurfs sind:
Nach den aktuellen Regelungen des Entwurfs würden zahlreiche Biogasanlagen keine Anschlussförderung mehr erhalten und müssten in der Folge ihre Anlage stilllegen.
Die weitreichende Streichung der Förderung von PV-Dachanlagen ist nicht nachvollziehbar.
Die Einführung eines "Windpachtdeckels" ist ein massiver Markteingriff, der keine absehbar positiven Effekte für den Ausbau oder Beteiligte bringen wird.
Der DBV setzt sich im Verfahren für weitreichende Korrekturen ein. Die ausführliche Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie finden Sie über diesen Link.
https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/08/mrganso-wind-turbine-10346590_1280.jpg8531280Erik Hechthttps://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svgErik Hecht2026-08-05 12:19:232026-08-05 12:19:23Bauernverband zum EEG-Entwurf 2027
Wie stehen die Parteien in Sachsen-Anhalt zu den zentralen Fragen der Landwirtschaft?
Der Bauernverband Sachsen-Anhalt hat die im Landtag vertretenen Parteien sowie das BSW zu den agrarpolitischen Wahlprüfsteinen befragt. Von EU-Agrarbudget und Planungssicherheit über Bürokratieabbau, Flächen- und Energiefragen bis hin zu Generationswechsel und Fachkräftesicherung – hier finden Sie die Positionen im direkten Vergleich.
es gibt Entwicklungen, die deutlich zeigen, dass Ausdauer, Zusammenhalt und eine konsequente Interessenvertretung große Wirkung entfalten. Die gerichtliche Aufhebung der sogenannten „Roten Gebiete“ in Sachsen-Anhalt ist ein solcher Moment. Nach vielen Jahren intensiver fachlicher und juristischer Auseinandersetzungen steht fest: Die bisherige Gebietsausweisung hat keinen Bestand. Für viele Betriebe bedeutet das nicht nur das Ende zusätzlicher Auflagen, sondern auch die Bestätigung, dass es richtig war, sich gegen Regelungen zu wehren, die aus Sicht der Praxis erhebliche Mängel aufwiesen.
Dieser Erfolg ist nicht über Nacht entstanden. Er ist das Ergebnis eines langen Weges, den viele gemeinsam gegangen sind. Zahlreiche Gespräche mit Ministerien und Verwaltung, fachliche Stellungnahmen, intensive Beratungen und schließlich das gerichtliche Verfahren haben viel Zeit, Kraft und Durchhaltevermögen erfordert. Vor allem aber brauchte es Landwirtinnen und Landwirte, die bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und diesen Weg stellvertretend für den Berufsstand mitzugehen. Dafür gebührt allen Beteiligten großer Dank und Anerkennung. Ebenso wichtig war die Zusammenarbeit innerhalb des Berufsstandes. Gemeinsam mit dem Bauernbund Sachsen-Anhalt, Land schafft Verbindung Sachsen-Anhalt, den Freien Bauern sowie den klagenden Betrieben ist es gelungen, die Interessen der Landwirtschaft geschlossen zu vertreten. Dieses Miteinander hat gezeigt, dass wir dann am stärksten sind, wenn wir bei grundlegenden Fragen gemeinsam handeln und unterschiedliche Organisationen ein gemeinsames Ziel verfolgen.
Das Urteil reicht dabei über Sachsen-Anhalt hinaus. Es macht deutlich, dass Eingriffe in die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen einer belastbaren und verfassungsgemäßen Grundlage bedürfen. Gerade dort, wo Eigentumsrechte und die unternehmerische Freiheit der Betriebe berührt werden, müssen gesetzliche Regelungen klar, nachvollziehbar und rechtssicher sein. Das ist ein wichtiges Signal, auch für zukünftige politische Entscheidungen.
Damit ist die Diskussion allerdings nicht beendet. Der Schutz des Grundwassers bleibt selbstverständlich ein gemeinsames Anliegen. Unsere Betriebe wissen um ihre Verantwortung und setzen seit Jahren zahlreiche Maßnahmen für einen ressourcenschonenden und bedarfsgerechten Einsatz von Nährstoffen um. Gleichzeitig muss aber gelten, dass Umweltziele und landwirtschaftliche Praxis zusammen gedacht werden. Nur Regelungen, die fachlich fundiert, rechtssicher und praxistauglich sind, werden dauerhaft Akzeptanz finden und ihren Zweck erfüllen. Im Umkehrschluss muss es für Auflagen auch die Möglichkeit geben, dass man sich bei nachweislich gewässerschonender Bewirtschaftung von zusätzlichen Auflagen befreien lassen kann!
Nun liegt es am Bund, die notwendigen gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Dabei erwarten wir, dass die Erfahrungen der Praxis und die Erkenntnisse der vergangenen Jahre ernst genommen werden. Es darf nicht darum gehen, bisherige Regelungen lediglich in neuer Form wieder einzuführen. Vielmehr braucht es Lösungen, die den Anforderungen des Gewässerschutzes gerecht werden und gleichzeitig den Betrieben Planungssicherheit sowie wirtschaftliche Perspektiven geben.
Die Aufhebung der „Roten Gebiete“ ist weit mehr als ein juristischer Erfolg. Sie zeigt, dass sich beharrliches Engagement lohnt. Sie zeigt, dass unsere Argumente Gehör finden können. Und sie zeigt, dass ein starker Berufsstand etwas bewegen kann, wenn er geschlossen auftritt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.
Diesen Weg werden wir auch künftig fortsetzen. Mit Sachlichkeit, mit Fachwissen und mit der festen Überzeugung, dass gute Agrarpolitik nur gemeinsam mit den Menschen gestaltet werden kann, die täglich auf den Feldern und in unseren Ställen Verantwortung tragen.
Ihr Olaf Feuerborn Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e. V.
Ausweisung von „Roten Gebieten“ in Sachsen-Anhalt gerichtlich aufgehoben – Engagement gegen die Landesdüngeverordnung erfolgreich!
Das Bundesverwaltungsgericht hat mit Urteil vom 24.06.2026 die Landesverordnung zur Ausweisung der „Roten Gebiete“ in Sachsen-Anhalt für unwirksam erklärt. Damit ist die Gebietsausweisung aufgehoben, die „Roten Gebiete“ entfalten keine Wirkung mehr. Das Urteil wurde nun veröffentlicht und ist das Ergebnis eines langjährigen und gemeinsamen Engagements von landwirtschaftlichen Organisationen und klagenden Betrieben in einem langwierigen Normenkontrollverfahren.
Inhaltlich bestätigt das Bundesverwaltungsgericht seine bereits in den Urteilen vom 24.10.2025 vertretene Rechtsauffassung. Bereits damals hatte das Gericht die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Rechtsgrundlage festgestellt. Die Entscheidung hat zugleich grundsätzliche Bedeutung für die Rechte der Flächeneigentümer und landwirtschaftlichen Betriebe. Nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts muss der Bundesgesetzgeber die Vorgaben für die Ausweisung der Gebiete aufgrund des verfassungsrechtlich geschützten Eigentums und der Berufsfreiheit deutlich konkreter regeln.
Entscheidend ist nun, wie es weitergeht. Der Ball liegt bei der Umsetzung der Nitratrichtlinie und den dafür erforderlichen Regelungen zur Düngeverordnung beim Bund. Die Länder – und damit auch Sachsen-Anhalt – können derzeit keine neue Landesverordnung erlassen, solange keine verfassungsgemäße Rechtsgrundlage geschaffen wird.
An dem Verfahren und dem langjährigen Engagement waren der Bauernverband Sachsen-Anhalt, der Bauernbund Sachsen-Anhalt, Land schafft Verbindung Sachsen-Anhalt IG sowie die Freien Bauern beteiligt.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert den Entwurf des „Natürliche-Infrastruktur-Gesetzes“ (NatInfG) und des Nationalen Wiederherstellungsplans deutlich. Nach Auffassung des Verbandes gefährden die geplanten Regelungen die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft sowie die Ernährungssicherung. Der DBV fordert grundlegende Nachbesserungen und setzt sich für einen kooperativen Naturschutz gemeinsam mit den Landwirten ein.
Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laden der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. und weitere Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände zum 2. Verbändedialog 2026 ein. Unter dem Motto „Sachsen-Anhalt Countdown – Fragen an die Spitzenkandidaten“ findet die Veranstaltung am 4. August 2026 von 11:30 bis 14:30 Uhr auf dem Gelände der Firma Fliesen Ernst in Magdeburg statt. Im Mittelpunkt stehen zentrale Zukunftsthemen wie Bürokratieabbau, Fachkräftemangel, Demografie und Bildung.
Die Veranstaltung bietet Unternehmen und Verbandsmitgliedern die Gelegenheit, mit Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien sowie dem BSW direkt ins Gespräch zu kommen, Fragen aus der Praxis einzubringen und die Positionen der Parteien kennenzulernen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung, über die Webseite des Baugewerbeverbandes: https://www.bgv-vdz.de/veranstaltungen/2-verbaendedialog-2026.html
Die diesjährige Ernte in Sachsen-Anhalt steht unter schwierigen Vorzeichen. Große Unterschiede bei Erträgen und Qualitäten, unsichere Marktentwicklungen und weiterhin sehr hohe Produktionskosten prägen die Ausgangslage. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist derzeit kaum absehbar, ob am Ende eine wirtschaftlich tragfähige Ernte steht.
Die aktuelle Vorernteschätzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zeigt ein sehr gemischtes Bild, das stark von den regional unterschiedlichen Niederschlagsverteilungen geprägt ist. Während in den nördlichen Landesteilen teilweise stabilere Erträge erwartet werden, haben insbesondere südliche und östliche Regionen unter Trockenheit und Hitze gelitten. Die Folge sind teils deutliche Ertragseinbußen und Qualitätsrisiken, vor allem beim Weizen.
Bei der Wintergerste, deren Ernte begonnen hat, zeichnet sich mit rund 74 dt/ha ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Im Vorjahr lag der Landesdurchschnitt noch bei etwa 80 dt/ha. Auch beim Winterraps werden unterdurchschnittliche Erträge erwartet, begleitet von Berichten über Wachstumsstörungen und Schädlingsdruck. Weitere Kulturen wie Erbsen, Roggen, Dinkel und Durum zeigen ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Beim Winterweizen bestehen erhebliche Unsicherheiten bei den Erträgen und Qualitäten, da noch nicht absehbar ist, wie sich die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen und die Hitzewelle ausgewirkt haben. Trotz vereinzelter Niederschläge ist in zahlreichen Landesteilen der Oberboden bereits wieder ausgetrocknet. Kulturen wie Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Sonnenblumen sind dringend auf weitere Niederschläge angewiesen.
Im Rahmen des jährlichen Vorerntegesprächs von Landwirten und Landhandel, am 1. Juli beim Bauernverband im Haus der Landwirtschaft, wurde die angespannte Lage deutlich bestätigt. Mehr noch als die pflanzenbaulichen und agrarpolitischen Themen stand die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Mittelpunkt. Die Einschätzungen aus Praxis und Handel zeichnen ein besorgniserregendes Bild, viele Betriebe geraten zunehmend in Liquiditätsengpässe. Das nimmt Ausmaße an, die so bislang nur vereinzelt beobachtet wurden. Vor dem Hintergrund global stabiler bis steigender Erntemengen sind kurzfristig keine deutlichen Preisimpulse zu erwarten. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter an und zehren die erwarteten Erlöse der Ernte auf.
Der aktuelle Ausblick ist: Selbst eine durchschnittliche oder lokal gar gute Ernte wird unter diesen Rahmenbedingungen vielfach nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Situation der Betriebe zu entspannen.
In diesen stark komprimierten Satz kann man die zahlreichen Anfragen und Diskussionen rund um die anstehende Landtagswahl am 06.09.2026 fassen. Grundlage dafür sind die bisherigen Ergebnisse aus Wahlumfragen, zahlreiche Einschätzungen von Meinungsbildnern bis hin zu besorgten Äußerungen von Mitbürgern über die Zukunft des Bundeslandes.
Aktuell stehen wir im Land bei einem satten Vorsprung der AfD, der sich in einer ähnlichen Form vermutlich auch an der Wahlurne manifestieren wird. Trotzdem bleibt immer der Wahlabend abzuwarten, denn der Wahlkampf wird die kommenden Wochen noch mehr Fahrt aufnehmen und die Vergangenheit beweist, dass es manche unerwarteten Wendungen geben kann. Wo liegen eventuelle Erklärungen für das prognostizierte Wahlverhalten, das voraussichtlich so deutlich eine neue führende Regierungspartei bringen wird?
Zum einen ist es eine tief reichende gefühlte Unzufriedenheit mit dem bisherigen politischen Agieren. Wir sind über viele Jahre darauf trainiert, dass es kompromissbehaftete politische Koalitionen in einem breiter werdenden Parteienumfeld gibt. Das ist immer mühsam und nie schnell genug, sichert final aber Mehrheitsentscheidungen in Parlamenten ab. Nur Kompromisse sind nicht mehr in Mode, das Phänomen kennen wir alle bis in den Privatbereich hinein. Schwarz-Weiß-Denken in der eigenen Bubble braucht keine Kompromisse, man selbst hat Recht und der andere eben nicht. Diskutieren und schwierige, aber tragfähige Kompromisse aushandeln ist uns ziemlich abhandengekommen. Transportiert man das auf die politische Ebene, so hat eine Alleinregierung aus Sicht vieler Bürger einen erheblichen Charme, da dann augenscheinlich keine Kompromisse mehr zu machen sind. Dann kann endlich durchregiert werden und Politik wieder handlungsfähig agieren. Es ist erheblicher und oftmals berechtigter Unmut vorhanden, etwa über bürokratische Auswüchse, aber garantiert wird nicht alles einfacher, wenn nur eine Partei regiert. Dafür sind die vielfältigen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten mit Wirtschaft und Gesellschaft, anderen Bundesländern, dem Bund und Europa zu komplex. Das eine Alleinregierung je nach Ausrichtung zudem erheblichen wirtschaftlichen Schaden für ein Land anrichten kann, das wird gerne ausgeblendet oder übergangen.
Zum anderen, in einer weiteren Dimension, ist das getrennte Empfinden von persönlicher und gesellschaftlicher Lage zu beachten. So geht es auf Nachfrage vielen Bürgern wirtschaftlich privat vernünftig bis gut, aber die allgemeine Lage wird als schlecht wahrgenommen. Obwohl man selbst regelmäßig in Urlaub fahren kann, ein Dach über dem Kopf hat, Kühlschränke gefüllt sind, der Strom im Land nicht ausfällt und der Grill im Sommer kaum abkühlt, haben viele Mitmenschen den Eindruck, dass ansonsten alles den Bach runtergeht. Diese schlechte Bewertung der Gesamtlage wird uns tatsächlich jeden Tag gut vor Augen geführt und ist eine typisch deutsche Eigenschaft. Keine Tageszeitung und kein Fernsehsender kommen ohne schlechte Nachrichten aus, jeden Tag wird komplexes Regierungshandeln medial ins Negative gezogen. Dass Oppositionsparteien sich in ihrem Geschäftsmodell stets und ständig an den schlecht regierenden Regierungsparteien abarbeiten, daran sind wir alle gewöhnt. Auf der Strecke bleiben oft positiv in die Zukunft gerichtete Gegenvorschläge. Das alles in Summe macht was mit den Menschen. Vertrauen in politische Führung erodiert und der, der Verantwortung übernimmt, steht im selbstgewählten Dauerfeuer. Dass eine Opposition überhaupt in Regierungsverantwortung kommen will, um ein Land im selbst projizierten Untergang zu führen, das mag man gar nicht mehr verstehen. Schließlich ist man dann künftig selbst für die schwere bis scheinbar katastrophale Lage politisch zuständig.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist, dass die Dichte an Organisationen wie Kirchen, Vereinen, Parteien und Stiftungen sowie die persönlichen Beteiligungen bis Mitgliedschaften in genannten Organisationen bereits gering sind und weiter abnehmen. Immer weniger dauerhaft engagierte Mitmenschen erleben in ihrem Alltag, dass sie sich mit anderen Gruppen um gute Kompromisse bemühen müssen. Es fehlt damit ein breit verankerter Bezug zu politisch notwendigen Abwägungsprozessen über alle Ebenen und der persönliche Kontakt zu Entscheidungsträgern. Dieser Kontakt muss persönlich sein und lässt sich nicht über digitale Medien ersetzen.
Egal wie es im September ausgeht: Für Sachsen-Anhalt wird es eine schicksalhafte Wahl werden. Was wir brauchen, ist eine handlungsfähige Regierung, die in der Lage ist, das Land zusammenzuhalten. Es stehen viele Aufgaben an, da braucht es Sicherheit und Handlungsfähigkeit auf allen Ebenen. Wir als Wähler haben es in der Hand, in einem demokratischen Wahlvorgang unsere individuelle Entscheidung zu treffen und damit übernimmt jeder für sich und das Land auch Verantwortung.
Marcus Rothbart Hauptgeschäftsführer des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.
https://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2026/06/2026-07_Cover.jpg16971200BVSthttps://www.bauernverband-st.de/wp-content/uploads/2024/06/BV_Logo_cmyk_2022.svgBVSt2026-07-01 01:58:002026-06-30 09:02:23Juli-Kommentar im Informationsheft
Der Deutsche Bauerntag 2026 in Freiburg stand unter dem Motto „Landwirtschaft stärken – Versorgung sichern“. Vom 24. bis 25. Juni diskutierten Delegierte aller Landesbauernverbände, Politiker und Vertreter der Agrar- und Ernährungsbranche über die Zukunft der Landwirtschaft. Bauernpräsident Joachim Rukwied betonte in seiner Grundsatzrede die hohe Resilienz der deutschen Landwirtschaft, warnte aber vor Risiken für die Versorgungssicherheit und forderte einen spürbaren Politikwechsel von Berlin und Brüssel. Die „Freiburger Erklärung“ wurde verabschiedet und unterstreicht die Forderung nach mehr Unterstützung für die Landwirtschaft, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Zudem wurde der „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2026“ ausgezeichnet. Weitere Details und Pressemitteilungen sind auf der Website des Deutschen Bauernverbandes zu finden: www.bauernverband.de.
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