Ernte-Ausblick des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt
Die diesjährige Ernte in Sachsen-Anhalt steht unter schwierigen Vorzeichen. Große Unterschiede bei Erträgen und Qualitäten, unsichere Marktentwicklungen und weiterhin sehr hohe Produktionskosten prägen die Ausgangslage. Für viele landwirtschaftliche Betriebe ist derzeit kaum absehbar, ob am Ende eine wirtschaftlich tragfähige Ernte steht.
Die aktuelle Vorernteschätzung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zeigt ein sehr gemischtes Bild, das stark von den regional unterschiedlichen Niederschlagsverteilungen geprägt ist. Während in den nördlichen Landesteilen teilweise stabilere Erträge erwartet werden, haben insbesondere südliche und östliche Regionen unter Trockenheit und Hitze gelitten. Die Folge sind teils deutliche Ertragseinbußen und Qualitätsrisiken, vor allem beim Weizen.
Bei der Wintergerste, deren Ernte begonnen hat, zeichnet sich mit rund 74 dt/ha ein knapp unterdurchschnittliches Ergebnis ab. Im Vorjahr lag der Landesdurchschnitt noch bei etwa 80 dt/ha. Auch beim Winterraps werden unterdurchschnittliche Erträge erwartet, begleitet von Berichten über Wachstumsstörungen und Schädlingsdruck. Weitere Kulturen wie Erbsen, Roggen, Dinkel und Durum zeigen ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Beim Winterweizen bestehen erhebliche Unsicherheiten bei den Erträgen und Qualitäten, da noch nicht absehbar ist, wie sich die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen und die Hitzewelle ausgewirkt haben. Trotz vereinzelter Niederschläge ist in zahlreichen Landesteilen der Oberboden bereits wieder ausgetrocknet. Kulturen wie Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Sonnenblumen sind dringend auf weitere Niederschläge angewiesen.
Im Rahmen des jährlichen Vorerntegesprächs von Landwirten und Landhandel, am 1. Juli beim Bauernverband im Haus der Landwirtschaft, wurde die angespannte Lage deutlich bestätigt. Mehr noch als die pflanzenbaulichen und agrarpolitischen Themen stand die wirtschaftliche Situation der Betriebe im Mittelpunkt. Die Einschätzungen aus Praxis und Handel zeichnen ein besorgniserregendes Bild, viele Betriebe geraten zunehmend in Liquiditätsengpässe. Das nimmt Ausmaße an, die so bislang nur vereinzelt beobachtet wurden. Vor dem Hintergrund global stabiler bis steigender Erntemengen sind kurzfristig keine deutlichen Preisimpulse zu erwarten. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten weiter an und zehren die erwarteten Erlöse der Ernte auf.
Der aktuelle Ausblick ist: Selbst eine durchschnittliche oder lokal gar gute Ernte wird unter diesen Rahmenbedingungen vielfach nicht ausreichen, um die wirtschaftliche Situation der Betriebe zu entspannen.
Am 2. Juli 2026 hat der Deutsche Bauernverband eine Pressemitteilung zum Ernteauftakt herausgegeben: Angespannte wirtschaftliche Situation trotz Durchschnittsernte

