Rückblick zum 37. Bauernverbandstag

Der Bauernverband Sachsen-Anhalt e.V. hat am 19. November seinen 37. Bauernverbandstag im Golf-Park Dessau durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die agrarpolitischen Forderungen des Verbandes zur Landtagswahl 2026 sowie die Frage, wie Politik, Markt und Gesellschaft die Zukunft der Landwirtschaft und des ländlichen Raums gemeinsam gestalten können.

Im internen Teil befassten sich die Delegierten sowie die Vorstandsmitglieder mit den regulären Aufgaben eines Verbandes: Der geschäftsführende Vorstand berichtete von der Arbeit der vergangenen Monate, die Revisionskommission stellte ihren Bericht vor, verschiedene Beschlüsse wurden gefasst. Die Delegierten verabschiedeten die Grundsatzpositionierung des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026. Unter der Überschrift „Stabilität für die Landwirtschaft und Zukunft des ländlichen Raums“ wurden die zentralen Forderungen des Verbandes vorgestellt und beraten. Die Grundsatzpositionierung wird nach der finalen Redaktion online veröffentlicht.

Ein wichtiger Bestandteil des Bauernverbandstages sind Auszeichnungen und Ehrungen. Hartmut Steiner, langjähriges Mitglied des Bauernverbandes Wittenberg e.V., wurde von Präsident Olaf Feuerborn im Namen des Vorstandes zum Ehrenmitglied ernannt. Detlef Finger erhielt die Ehrennadel des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V., überreicht durch Vizepräsidentin Katrin Beberhold, für seine Arbeit als Landwirtschaftsjournalist in Sachsen-Anhalt. Mit den Ehrungen würdigt der Verband das langjährige Engagement und die besonderen Verdienste für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt.

Im öffentlichen Teil des Bauernverbandstages begrüßte Präsident Olaf Feuerborn die Gäste, Partner des Verbandes und teilnehmende Journalisten. Grußworte hielten Sepp Müller, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bund, Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales, sowie Landwirtschaftsminister Sven Schulze, der auf die agrarpolitischen Arbeiten in Land und Bund sowie der EU einging. Den inhaltlichen Schwerpunkt des öffentlichen Teils bildete die agrarpolitische Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Landwirtschaft im Wandel: Wie Politik, Markt und Gesellschaft die Zukunft gestalten“. Unter der Moderation von Stefan Bernschein diskutierten:

  • Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, Magdeburg
  • Hubertus Paetow, Präsident DLG e.V.
  • Dr. Andreas Eisen, Bereichsleiter Genoverband e.V.
  • Olaf Feuerborn, Präsident des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

Ausgehend von einem einführenden Statement von Präsident Olaf Feuerborn befasste sich das Podium mit den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, den Anforderungen des Marktes sowie den Erwartungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft. Im Zentrum standen die Frage nach Planungssicherheit und Verlässlichkeit für die Betriebe, die Zukunft des ländlichen Raums und die Rolle der Landwirtschaft in einer veränderten politischen und gesellschaftlichen Umgebung.

Ein umfassender Bericht zum 37. Bauernverbandstag erscheint im Informationsheft 12/2025.

Vielfältige Perspektiven in der Grünen Branche

Im Rahmen des Projekts „Beruf-Perspektive-Dorf“ fand am 5. November 2025 mit der Klasse 7a an der Ganztagsschule Egeln die zweite theoretische Einheit statt. In dieser Stunde sollten die Schülerinnen und Schüler anhand einer Stellenanzeige ein kurzes Bewerbungsanschreiben für ein Praktikum verfassen. Dabei konnten sie zwischen Landwirt, Tierwirt und Fachkraft für Agrarservice wählen. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung, die Motivation für einen Beruf zu formulieren, wurde auch geübt, wie ein Bewerbungsschreiben formal aufgebaut ist.

Um sich noch tiefer mit der Landwirtschaft zu befassen, haben die Schülerinnen und Schüler anschließend in Gruppen zusammengearbeitet und folgende Frage beantwortet: Stellt euch vor, ihr arbeitet in 20 Jahren in einem Landwirtschaftsbetrieb. Wie würde da euer Hof aussehen? Die Antworten variierten zwischen Zukunftsträumen und Realismus, aber besonders erfreulich war, dass alle Gruppen eine Vision ihres Hofes entwickelt haben. Im Anschluss daran sollten sich die Schülerinnen und Schüler, ebenfalls als Gruppenarbeit, mit Fragen zu der Zukunft der Landwirtschaft auseinandersetzen. Diskutiert wurden dabei etwa: „Wie schaffen wir es, Lebensmittel bezahlbar zu halten und Landwirte fair zu entlohnen?“ und „Sollten eigenständige Maschinen und Künstliche Intelligenz die Arbeit von Menschen auf dem Feld vollständig ersetzen?“. Auch diese Fragen wurden in den Gruppen intensiv diskutiert und tiefgründige Antworten präsentiert. Diese Theorieeinheit hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht.

Für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule „A. S. Puschkin“ fand am 11. November die zweite praktische Einheit statt. Besucht wurde das „Grüne Labor“ in Gatersleben. Hier analysierten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule „A. S. Puschkin“ verschiedene Proben landwirtschaftlicher Produkte, zum Beispiel Weizen, Kartoffel und Zuckerrübe, auf die Inhaltsstoffe Proteine, Fette und Stärke. Die Analyse sollte veranschaulichen, welche Aufgaben ein Pflanzentechnologe hat, um so das Berufsbild näher kennenzulernen. Im Anschluss daran bot das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung zwei Führungen an. So konnten die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Vielfalt der Pflanzen in den Gewächshäusern bestaunen, sondern auch die unterschiedlichen Landmaschinen bewundern. Auch eine kurze Fahrt mit dem Schlepper wurde den Schülerinnen und Schülern möglich gemacht, was für viel Spaß sorgte.

Der Tag konnte einmal mehr verdeutlichen, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten in der „grünen Branche“ sind. Gleichzeitig konnten die Schülerinnen und Schüler ein hochmodernes Institut der Pflanzenforschung kennenlernen.

Agrardiesel ab 2026 wieder in ursprünglicher Höhe

Die teilweise Rückerstattung der Energiesteuer auf Diesel ist für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtinnen und Landwirte weiterhin von großer Bedeutung. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung die Agrardiesel-Rückvergütung wieder herstellt. Ab dem 1. Januar 2026 erhalten land- und forstwirtschaftliche Betriebe erneut 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück. Das schafft Planungssicherheit und entlastet die Betriebe spürbar.

Deutschland zählt im EU-Vergleich zu den Standorten mit hohen Produktionskosten, u.a. bei Kraftstoffen, Energie und Löhnen. Die Agrardiesel-Rückvergütung mildert diese Nachteile und stärkt die heimische Erzeugung. Der Schritt setzt die jüngsten Ankündigungen des Bundeslandwirtschaftsministeriums um und korrigiert die zuvor beschlossenen Kürzungen.

Der Berufsstand hat sich dafür mit Nachdruck eingesetzt. Die Bauernverbände begrüßen die Entscheidung ausdrücklich: Sie werten die Rückkehr zur vollen Rückvergütung als einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit und zu stabilen, regionalen Wertschöpfungsketten. Konkrete Berechnungen zeigen: Die Maßnahme entspricht einer Entlastung in Höhe von 21,48 Cent je Liter – je nach Dieselverbrauch summiert sich das zu erheblichen Beträgen in den Betrieben.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Die Agrardiesel-Rückvergütung ist keine „Subvention“ im klassischen Sinn, sondern ein steuerlicher Ausgleichsmechanismus für spezifische Rahmenbedingungen der Land- und Forstwirtschaft. Diese Differenzierung ist in der öffentlichen Debatte zentral.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, begrüßt sehr, dass die Abgeordneten im Deutschen Bundestag für die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung stimmen: „Die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung ist ein Erfolg unseres gesamten Berufsstandes. Gemeinsam haben wir demonstriert, als Verband sind wir politisch drangeblieben und haben mit guten Argumenten überzeugt. Dies ist ein wichtiger Schritt, die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft im europäischen Binnenmarkt zu stärken. Dabei darf es aber nicht bleiben. Nun müssen zügig weitere steuerliche Entlastungsmaßnahmen und Regelungen zur Stärkung des einzelbetrieblichen Risikomanagements auf den Weg gebracht werden. Hierzu gehört beispielsweise die Einführung einer Risikorücklage sowie eine wirksame Entbürokratisierungsinitiative für die Landwirtschaft zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit.“

Projekt "Dorf macht Schule"

Die LEADER-Projekte der Agrardienste Sachsen-Anhalt mit den Kreisbauernverbänden Nordharz und Salzlandkreis sind erfolgreich angelaufen. Gemeinsam mit den regionalen LAG, Landwirten und kommunalen Vertretern werden Schülerinnen und Schüler ihr Lebensumfeld und die Zukunftschancen im ländlichen Raum erlebbar gemacht. Dazu hat u.a. der MDR berichet: https://www.mdr.de/video/mdr-videos/c/video-952072.html

Eine weitere "Unterrichtseinheit" war vor kurzem in Elbingerode. Einen Beitrag dazu finden Sie auf der Webseite der Stadt Oberharz am Brocken: https://stadtoberharz.de/2025/10/28/leader-projekt-dorf-macht-schule-1060/

Weitere Informationen zu den Projekten finden Sie bei uns auf der Webseite.

November-Kommentar im Informationsheft

Werte Mitglieder,
werte Leserinnen und Leser,

die neue EU-Kommission ist seit fast einem Jahr im Amt und hat in einer Zeit der weltweiten Krisen eine sehr verantwortungsvolle politische Aufgabe: den Kontinent politisch zusammenzuhalten. Die Idee eines starken Europas, das für Frieden steht und eine Zukunft, die gemeinsam in Freiheit und Wohlstand gestaltet wird, ist trotz aller Krisen nicht obsolet.

Die Europäische Union steht im Herbst 2025 innenpolitisch- und außenpolitisch vor einer Vielzahl komplexer Spannungsfelder. Nicht zuletzt hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen deutlich gemacht, dass Europa seine strategische Autonomie stärken und sich auf eine neue Weltordnung einstellen muss, die zunehmend von Machtpolitik geprägt ist.

Außenpolitisch bleibt die Lage angespannt. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die instabile Lage im Nahen Osten und die Politik Donald Trumps nötigen die EU förmlich zu einer selbstbewussteren Außenpolitik. Die Unterstützung der Ukraine in finanzieller, militärischer und humanitärer Hinsicht ist nur ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit der EU als globaler Akteur. Auch die EU-Erweiterung rückt verstärkt in den Fokus. Die Kommission will mit einem neuen Erweiterungspaket die vorhandenen Beitrittsprozesse beschleunigen, als geopolitisches Signal, das Stabilität und demokratische Werte in Europas Nachbarschaft fördern soll.

Innenpolitisch kämpft die EU mit der Reform ihrer Institutionen und Gesetzeswerke. Die geplanten Vereinfachungen durch sogenannte „Omnibus-Pakete“ sollen Bürokratie abbauen, während Initiativen zur Digitalisierung, KI-Entwicklung und Energieunabhängigkeit die Wettbewerbsfähigkeit stärken sollen.

Zentral ist neben diesen Politikfeldern die künftige finanzielle und inhaltliche Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik. Die weitreichenden Vorschläge zur GAP ab 2028 haben bei ihrer Veröffentlichung im Juli umgehend Widerstand auf vielen Ebenen hervorgerufen und zu ersten kleinen und zaghaften Reaktionen des Zurückweichens geführt. Vieles der Vorschläge ist immer noch im Ungefähren und bedarf einer intensiven Bewertung und Begleitung. Konstatieren darf man aber heute schon, dass die EU-Kommission einen grundlegenden Umbau von EU-Haushalt und GAP-Struktur vornehmen will. Da ab der nächsten Förderperiode auch der Schuldendienst aus den Corona-Jahren eingepreist wird, sorgt dies in Summe für einen Anstieg der Mittel im Mehrjährigen Finanzrahmen auf 1,15% des Bruttonationalprodukts plus der Tilgungen in Höhe von 0,11% auf dann 1,26% des BNE. Alleine daran wird sich zeigen, was die Mitgliedstaaten bereit sind zu tragen. Aus landwirtschaftlicher Sicht sollten wir dafür sein, dass mehr Geld nach Brüssel fließt, denn sonst wird unser Anteil am Gesamttopf sicher noch geringer.

Das wir als Branche so dagegenhalten hat nicht zuletzt mit den Unsicherheiten auf den Betrieben zu tun. Wir merken seit Jahren, dass die Kostenstrukturen nur in eine Richtung laufen und das auf der Gegenseite die Erlöse nicht mithalten können. Speziell der Ackerbau hat derzeit erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen und nicht selten Liquiditätsprobleme. Die Phantasie für höhere und kostendeckende Preise fehlt und deshalb ist die Grundabsicherung über die GAP so fundamental wichtig. Die Eigenverantwortung der EU-Kommission muss dazu führen, anzuerkennen, dass wir nicht immer mehr politischen externen und internen Druck durch gewünschte, aber nicht erforderliche Regelungen auf den Sektor ausüben dürfen, und gleichzeitig noch die finanzielle Unterstützung herunterfahren.

Es fehlt derzeit mehr als an einer realistischen Expertise und Einschätzung, wo sich die Landwirtschaft politisch hin entwickeln soll. Mit den aktuellen Tendenzen und Ausrichtungen werden die Konzentrationsprozesse und der Strukturwandel weitere Fahrt aufnehmen. Es mag sein, dass man erkannt hat, dass in der EU junge Landwirte fehlen und diese stärker finanziell über die neue GAP unterstützt werden müssen. Das aber kann es nicht alleine sein, denn die langfristigen finanziellen Perspektiven aus Markterlösen und guten Rahmenbedingungen auf den Betrieben müssen vorhanden sein. Wir können weder preislich mit Getreide aus der Ukraine konkurrieren noch dürfen wir uns am Konsumenten vorbei entwickeln.

Es hat immer diffizile Zeiten mit hoher Unsicherheit gegeben, nur gerade deshalb muss die EU nun Sicherheit produzieren und erkennen lassen, dass strategische Ernährungssicherung in Europa nicht vom Himmel fällt und schon gar keine Selbstverständlichkeit ist. Dafür muss der Green Deal mehr als dringend an die Gegebenheiten angepasst werden, damit es wirklich ein Green Deal für die Landwirtschaft wird.

 

Marcus Rothbart
Hauptgeschäftsführer des
Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e.V.

 

Blick ins Heft:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das komplette Informationsheft finden Mitglieder in den kommenden Tagen in der Briefpost oder vorab im Mitgliederportal.

"Heimat-Gespräch" in der Börde

In der Magdeburger Börde besuchte Bundesminister Alois Rainer das Landwirtschaftsunternehmen Bördegrün GmbH und informierte sich über die vielfältigen Tätigkeitsfelder: von Pflanzenproduktion und Mutterkuhhaltung über Schul- und Kitaessen bis hin zu innovativen Naturschutzmaßnahmen. Gemeinsam mit anderen Betrieben engagiert man sich in einem kooperativen Ansatz für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft, koordiniert durch die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt, erläuterte Geschäftsführer Urban Jülich. Maßnahmen sind u.a. Ackerwildkräuterstreifen und höhere Stoppelfelder. Mit Kooperationen kann man im Bereich Biodiversität tatsächlich messbare Ergebnisse liefern, ohne die Betriebe mit pauschalen Restriktionen einzuschränken.

Die Strukturen im Osten der Bundesrepublik sind ganz andere, als in seiner bayerischen Heimat, so der Landwirtschaftsminister. Die Vielfalt in der Landschaft und Landwirtschaft ist ein hohes Gut. Es sei für ihn ein Privileg, dass er bundesweit so viele unterschiedliche Betriebe und Menschen kennenlernen dürfe. Was er überall vorfindet: Menschen, die sich gemeinsam für eine gute Gemeinschaft einsetzen, für Wertschöpfung und Arbeitsplätze. Vor Ort wird anschaulich bewiesen, wie sich intensive landwirtschaftliche Nutzung und Umweltschutz verbinden lassen.

Hintergrund: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer besucht in der Reihe "Heimat-Gespräche" vor Ort Unternehmen, Bürgermeistern, ehrenamtlich Engagierten u.ä., um mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Region aktiv mitgestalten.

Dr. Jens Birger von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt erklärt, wie kooperative Naturschutzmaßnahmen in der Praxis umgesetzt werden.

Dr. Jens Birger von der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt erklärt, wie kooperative Naturschutzmaßnahmen in der Praxis umgesetzt werden.

Landwirtschaft zum Anfassen

Im Rahmen des Projekts „Beruf – Perspektive – Dorf“ fand mit der Klasse 7b der Gemeinschaftsschule „A. S. Puschkin“ in Oschersleben am 7. Oktober 2025 die erste praktische Einheit statt. Besucht wurde der Landwirtschaftsbetrieb „Semundo Agrar Urban Jülich“ in Hadmersleben, betreut wurde der Projekttag betrieblich von Manuel Schmolke und Babette Jülich, die den Schülerinnen und Schülern Landwirtschaft zum Anfassen und Schmecken boten.

Die verschiedenen Stationen wurden über eine Fahrt mit dem Kremser erreicht. Für die Schülerinnen und Schüler war das ein tolles Erlebnis. Direkt am Feld konnten Zuckerrüben begutachtet und auch gekostet werden. Auf dem Kartoffelacker durften die Schülerinnen und Schüler Kartoffeln stoppeln, was für viel Spaß und volle Beutel sorgte. Zum Schluss konnten noch die Galloway-Rinder bestaunt werden. Über alle Stationen hinweg wurde den Schülerinnen und Schülern vermittelt, wie viel Wissen, Arbeit und Sorgfalt in die landwirtschaftliche Produktion einfließen, um regionale und wertvolle Lebensmittel zu produzieren.

Mehr Informationen zu dem Projekt unter: https://www.bauernverband-st.de/gremien-und-verbandsarbeit/leader-projekte/

Übergabe der Erntekrone an Bundespräsident Steinmeier in Tangermünde

Im Rahmen eines feierlichen Erntedankgottesdienstes in Tangermünde wurde auf Einladung der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB), der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auch in diesem Jahr die Tradition fortgesetzt und eine Erntekrone an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergeben.

Der Bundespräsident würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte und dankte ihnen für die zuverlässige Erzeugung von Lebensmitteln. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, dankte dem Bundespräsidenten für diesen Ausdruck der Wertschätzung und betonte nicht nur die Bedeutung des Erntedankfestes für die Landwirtschaft, sondern auch die besondere Relevanz der Ernährungssicherheit in angespannten geopolitischen Zeiten: „Angesichts anhaltender globaler Unsicherheiten müssen wir uns bewusst machen, dass eine zuverlässige unabhängige Versorgung mit heimischen Lebensmitteln unerlässlich ist."

Wir als Kreisbauernverband Stendal e.V. waren für die Organisation des „Marktes der Möglichkeiten“, der durch den Bundespräsidenten nach der Übergabe der Erntekrone besucht wurde, zuständig. Elf verschiedene Verbände und Vereine präsentierten sich dem Bundespräsidenten links von der Sankt Stephan Kirche in Tangermünde. Bei stürmischem Oktoberwetter hielten alle Beteiligten aus und konnten Ihre Vereine vorstellen, Wünsche vortragen und auch kurz mit dem Bundespräsidenten plaudern. Ein volksnaher Vertreter, dem es sichtlich Freude bereitet hat, in Tangermünde sein zu können. Der Erntedankgottesdienst war mit über 300 Personen gut besucht und Pfarrer Voigtländer begeisterte mit seiner Rede, die darauf hinauszielte, allen etwas abzugeben, dem Menschen, den Tieren und der Natur.

Die Berichterstattung des MDR finden Sie unter folgendem Link: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/stendal/stendal/tangermuende-steinmeier-erntedankfest-landwirtschaft-100.html

Bauern- und Blumenmarkt Halle

Mit einer kleinen Verzögerung – aufgrund des Besuchs von Friedrich Merz zum Tag der Deutschen Einheit in Halle – konnten die rund 90 Direktvermarkter, Aussteller und Veranstalter den Marktplatz in Halle herrichten, für den Bauern- und Blumenmarkt am 4. und 5. Oktober. Trotz wechselhaften Wetters war ein reger Besucherverkehr auf dem Hallenser Markt zu verzeichnen. Die Stimmung war locker, und auch die Besucher trotzten dem teilweise böigen Wind – kein Wunder, bei den regionalen Köstlichkeiten!

Die offizielle Eröffnung wurde von Heiko Bauermann, Vorsitzender des Vereins Stadt und Land Region Halle e. V., dem Schirmherrn Olaf Feuerborn, Präsident des Landesbauernverbandes Sachsen-Anhalt, Staatssekretär Zender (Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten), Dr. Bühnemann (AMG Sachsen-Anhalt), dem Oberbürgermeister der Stadt Halle Dr. Vogt, Frau Faulstich (Dezernentin für Kreisentwicklung Saalekreis), der 23. Sangerhäuser Rosenkönigin Geraldine I. sowie Luisa Weichert, 11. Geiseltaler Weinprinzessin, durchgeführt.

Am Stand des Bauernverbandes Sachsen-Anhalt e. V. wurden angeregte Gespräche geführt und mit Fachinformationen für den einen oder anderen „Aha“-Effekt gesorgt. Für die laufende Unterhaltung – etwa beim Thema Wurst- und Schinkensorten auf dem Hallenser Markt testen – sorgten die Jagdhornbläsergruppe Südharz, Regina Ross (Musikalisches rund um den Bauernhof), Videopräsentationen von Direktvermarktern der Region sowie im Marktpublikum Clown Lulo. Kinderattraktionen an den Tierständen und beim Trampolin rundeten das Programm ab.

Rundum ein tolles Wochenende mit regionalen Spezialitäten aus dem südlichen Sachsen-Anhalt!

Berufung Dorf: Praxis-Einheit im Grünen Labor Gatersleben

Im Rahmen des Projekts „Beruf – Perspektive – Dorf“ fand am 1. Oktober die zweite praktische Einheit mit der Klasse 7a der Ganztagsschule Egeln statt. Besucht wurde das „Grüne Labor“ in Gatersleben, um den Schülerinnen und Schülern aufzuzeigen, dass auch die Arbeit im Labor wichtig für die Landwirtschaft ist. In diesem Zusammenhang wurden den Schülerinnen und Schülern die Berufe des Pflanzentechnologen und des Biologielaboranten nähergebracht, wobei sie auch selbst Experimente durchführen durften.

Im Anschluss daran ermöglichte das „Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung“ Führungen durch das Institut. Hierbei konnten sich die Schülerinnen und Schüler selbst aussuchen, ob sie lieber die Gewächshäuser oder die Landmaschinen besichtigen möchten. Wie schon beim vorangegangenen Termin war das Feedback der Schülerinnen und Schüler sehr gut.